ETF-Portfolio für Anfänger: 3 einfache Musterportfolios

Ein ETF-Portfolio für Anfänger muss weder kompliziert noch teuer sein. Schon mit einem einzigen breit gestreuten ETF lässt sich ein solides Fundament für den langfristigen Vermögensaufbau legen. Wer etwas mehr Struktur möchte, kombiniert zwei bis drei ETFs zu einem persönlichen Weltportfolio. SJB bietet Zugang zu über 10.000 ETFs und Fonds mit bis zu 100 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag und ETF-Sparpläne zu besonders günstigen Konditionen.
etf portfolio für anfänger - etf portfolio
Geschrieben von
Sebastian Zimmermann
Erstellt am
02.09.2026
In diesem Artikel:

Wer mit dem Investieren beginnt, steht schnell vor einer schier endlosen Auswahl: Tausende ETFs, verschiedene Indizes, unterschiedliche Anbieter und immer wieder die Frage: Wo fange ich überhaupt an? Die gute Nachricht: Ein solides ETF-Portfolio für Anfänger braucht weder Börsenwissen auf Expertenebene noch besonders viel Startkapital. Es braucht vor allem eines: einen klaren, strukturierten Einstieg. In diesem Artikel stellen wir Ihnen drei praxisnahe Musterportfolios vor, die sich in Risikoprofil und Aufwand unterscheiden und zeigen, welches zu Ihrer Lebenssituation passt.

Was ist ein ETF-Portfolio – und warum lohnt es sich?

Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Indexfonds, der einen bestimmten Marktindex wie den MSCI World oder den S&P 500 möglichst genau abbildet. Anlegerinnen und Anleger kaufen damit auf einen Schlag Anteile an Hunderten oder sogar Tausenden Unternehmen weltweit. Das senkt das Einzeltitelrisiko erheblich und macht ETFs zu einem der effizientesten Instrumente für den privaten Vermögensaufbau.

Ein ETF-Portfolio ist die strukturierte Zusammenstellung mehrerer ETFs zu einem ausgewogenen Gesamtdepot. Je nach Zielsetzung, Risikobereitschaft und Anlagehorizont unterscheiden sich Aufbau und Gewichtung erheblich. Für Anfänger gilt dabei: Weniger ist oft mehr. Drei ETFs können bereits ein gut diversifiziertes Weltportfolio ergeben, manchmal reicht sogar einer.

Warum ETFs für Einsteiger geeignet sind:

  • Geringe Kosten: Die jährlichen Verwaltungsgebühren (TER) liegen oft unter 0,25 %
  • Breite Streuung: Ein einziger ETF kann hunderte bis tausende Unternehmen abdecken
  • Transparenz: Die Zusammensetzung ist jederzeit einsehbar
  • Flexibilität: Auch kleine Beträge ab 25 Euro monatlich sind möglich
  • Keine Vorkenntnisse nötig: Das Fondsmanagement übernimmt der Index

Tipp: Über das SJB DIY-Depot können Sie bereits ab 25 Euro monatlich oder 500 Euro einmalig mit dem Aufbau Ihres ETF-Portfolios beginnen, bei aktiv gemanagten Fonds mit bis zu 100 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag und bei ETFs zu günstigen Sparplankonditionen ohne klassisches Agio.

Schritt 1: Risikobereitschaft bestimmen

Bevor Sie sich für ein Musterportfolio entscheiden, sollten Sie Ihre persönliche Risikobereitschaft einschätzen. Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Wie lange möchte ich investieren? (unter 5 Jahre, 5–10 Jahre, über 10 Jahre)
  • Wie reagiere ich auf Kursverluste von 20–30 %? (Ruhig bleiben, unsicher, in Panik)
  • Brauche ich das angelegte Geld in absehbarer Zeit?

Je länger der Anlagehorizont und je gelassener Sie auf Kursschwankungen reagieren, desto höher kann der Aktienanteil in Ihrem Portfolio sein.

Anlegertyp Anlagehorizont Risikobereitschaft Empfohlenes Portfolio
Konservativ 5–7 Jahre Niedrig bis mittel Portfolio 1 – Sicherheitsorientiert
Ausgewogen 7–12 Jahre Mittel Portfolio 2 – Klassisch ausgewogen
Wachstumsorientiert Über 10 Jahre Hoch Portfolio 3 – Weltportfolio Wachstum

Musterportfolio 1 – Sicherheitsorientiert: Das Einsteiger-Depot

Dieses Portfolio richtet sich an Anlegerinnen und Anleger, die zum ersten Mal investieren und auf Stabilität Wert legen. Aufgrund des enthaltenen Aktienanteils von 25 % empfiehlt sich ein Anlagehorizont von mindestens 5 bis 7 Jahren, damit mögliche Kursschwankungen ausgesessen werden können. Der Schwerpunkt liegt auf risikoärmeren Anlageklassen wie Anleihen- und Geldmarkt-ETFs.

Zusammensetzung:

ETF-Typ Beispiel-Index Anteil Funktion
Globaler Aktien-ETF MSCI World 25 % Moderater Wachstumsbaustein, breite Streuung
Anleihen-ETF (Staatsanleihen, EUR) Bloomberg Euro Aggregate 45 % Stabilitätsanker ohne Währungsrisiko
Geldmarkt-ETF €STR (Euro Short-Term Rate) 30 % Liquiditätspuffer, aktueller Marktzins

Vorteile dieses Ansatzes:

  • Geringe Schwankungsbreite im Depot durch niedrigen Aktienanteil
  • Anleihen in Euro oder mit Währungsabsicherung (EUR Hedged) vermeiden Fremdwährungsrisiken
  • Geldmarkt-ETF auf Basis des €STR als flexible Reserve mit aktuellem Marktzins

Hinweis zur Anleihen-Auswahl: Globale Anleihen-ETFs wie der Bloomberg Global Aggregate enthalten Anleihen in verschiedenen Währungen (US-Dollar, Yen, Pfund). Ohne Währungsabsicherung können Wechselkursschwankungen die Stabilität dieses Bausteins erheblich beeinträchtigen. Achten Sie beim ETF-Kauf daher auf den Zusatz „EUR Hedged" oder wählen Sie einen reinen Euro-Aggregate-Index.

Hinweis: Auch bei diesem konservativen Portfolio sind Kursverluste möglich. Anleihen können bei steigenden Zinsen an Wert verlieren. Dieser Artikel stellt keine individuelle Anlageberatung dar – sprechen Sie für eine persönliche Empfehlung mit dem SJB-Team.

Musterportfolio 2 – klassisch ausgewogen: Das 70/30-Depot

Das 70/30-Portfolio gilt unter erfahrenen Privatanlegerinnen und -anlegern als bewährter Standard für den langfristigen Vermögensaufbau. Es kombiniert globale Industrieländer-Aktien mit einem Anteil an Schwellenländern (Emerging Markets) und erzielt damit eine sehr breite geografische Streuung.

Zusammensetzung:

ETF-Typ Beispiel-Index Anteil Funktion
Industrieländer-ETF MSCI World 70 % Kerninvestition, stabile Märkte
Schwellenländer-ETF MSCI Emerging Markets 30 % Wachstumschancen in aufstrebenden Märkten

Warum dieses Portfolio so beliebt ist:

Der MSCI World deckt rund 1.500 Unternehmen aus über 20 Industrieländern ab, darunter die USA, Europa, Japan und Australien. Das Schwellenländer-Segment ergänzt dieses Fundament um Märkte wie China, Indien, Brasilien und Taiwan, Regionen mit hohem Wachstumspotenzial.

Gemeinsam bieten beide ETFs eine sehr breite globale Abdeckung, ähnlich dem MSCI ACWI, allerdings mit einem wichtigen Unterschied: Während im MSCI ACWI Schwellenländer nach reiner Börsenkapitalisierung nur rund 10 bis 12 % ausmachen, gewichtet das 70/30-Portfolio sie mit 30 % bewusst stärker. Dieser sogenannte BIP-Ansatz orientiert sich an der realen Wirtschaftsleistung der Länder und gibt aufstrebenden Märkten mehr Gewicht, als es ihre aktuelle Marktkapitalisierung täte.

Tipp: Wer den Aufwand weiter reduzieren möchte, kann stattdessen einen einzigen MSCI ACWI IMI ETF wählen, der Industrie- und Schwellenländer sowie kleine Unternehmen (Small Caps) bereits automatisch enthält.

Beispiel: Eine Person Anfang 30 spart monatlich 150 Euro in dieses 70/30-Portfolio. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Marktentwicklung von 6 % pro Jahr würde das Depot nach 20 Jahren auf über 68.000 Euro anwachsen – rein durch den Sparplan ohne weiteres Zutun.

Musterportfolio 3 – Wachstumsorientiert: Das Dreiklang-Weltportfolio

Dieses Portfolio richtet sich an Anlegerinnen und Anleger mit langem Anlagehorizont und der Bereitschaft, zwischenzeitliche Kursschwankungen auszuhalten. Es setzt auf drei klar definierte Bausteine: globale Industrieländer, Schwellenländer und Small Caps (kleine Unternehmen).

Zusammensetzung:

ETF-Typ Beispiel-Index Anteil Funktion
Industrieländer-ETF MSCI World 60 % Stabiler Kern des Portfolios
Schwellenländer-ETF MSCI Emerging Markets 25 % Geografische Diversifikation und Wachstumschancen
Small Cap ETF MSCI World Small Cap 15 % Renditebooster durch kleinere Unternehmen

Was Small Caps besonders macht:

Kleine Unternehmen werden im klassischen MSCI World nicht berücksichtigt. Historisch gesehen haben Small Caps auf lange Sicht viele Großunternehmen in puncto Rendite übertroffen, allerdings bei höherer Volatilität. Sie eignen sich daher gut als Ergänzung für Anlegerinnen und Anleger, die einen langen Atem mitbringen.

Hinweis: Höhere Renditechancen gehen immer mit höheren Schwankungsrisiken einher. Eine Beimischung von Small Caps sollte gut zur eigenen Risikotoleranz passen. Bei Fragen zur Portfoliostruktur hilft Ihnen das SJB-Team gerne weiter.

Thesaurierend oder ausschüttend – was ist besser für Anfänger?

Diese Frage stellen sich viele beim Aufbau des ersten ETF-Portfolios. Die Antwort hängt von der persönlichen Strategie ab:

  • Thesaurierende ETFs legen Dividenden und Zinsen automatisch wieder an. Das steigert den Zinseszinseffekt und macht diese Variante ideal für den langfristigen Vermögensaufbau ohne regelmäßigen Kapitalbedarf.
  • Ausschüttende ETFs zahlen Erträge regelmäßig aus. Das kann motivierend wirken und ist sinnvoll, wenn Sie auf laufende Einnahmen angewiesen sind oder planen, die Ausschüttungen gezielt reinvestieren zu wollen.

Mehr zu diesem Thema finden Sie im SJB-Ratgeber: Thesaurierend oder ausschüttend.

Tipp: Für Einsteiger mit langem Zeithorizont empfiehlt sich in der Regel die thesaurierende Variante, sie erfordert weniger manuelle Eingriffe und profitiert stärker vom Zinseszinseffekt. Mehr dazu erklärt der SJB-Ratgeber zum Zinseszins.

Tipp zum Sparer-Pauschbetrag: Wer gerade mit dem Investieren beginnt und noch ein kleineres Depot aufbaut, kann durch ausschüttende ETFs seinen jährlichen Sparer-Pauschbetrag besonders anschaulich ausnutzen. Ledige können Kapitalerträge bis zu 1.000 Euro pro Jahr steuerfrei vereinnahmen, Verheiratete bis zu 2.000 Euro. Wichtig zu wissen: Auch thesaurierende ETFs verbrauchen seit der Investmentsteuerreform über die sogenannte Vorabpauschale automatisch einen Teil dieses Freibetrags zu Jahresbeginn – auch dann, wenn keine Dividenden ausgeschüttet werden. Der Unterschied zwischen beiden Varianten ist beim Freibetrag also geringer als oft angenommen. Für größere Depots mit dem Ziel maximalen Wachstums bleibt die thesaurierende Variante dennoch die erste Wahl. Steuerliche Details sollten Sie mit einem qualifizierten Steuerberater besprechen.

Häufige Anfängerfehler beim ETF-Portfolio vermeiden

Auch bei scheinbar einfachen ETF-Portfolios gibt es typische Stolperfallen. Der SJB-Ratgeber zu ETF-Anfängerfehlern geht ausführlich auf diese ein. Hier die wichtigsten auf einen Blick:

  1. Zu viele ETFs: Wer zehn oder mehr ETFs kombiniert, erhöht selten die Diversifikation, dafür aber den Aufwand und oft auch die Kosten. Drei ETFs reichen in den meisten Fällen vollkommen aus.
  2. Zu häufiges Umschichten: ETFs sind für die lange Bank gedacht. Wer bei jedem Markteinbruch nervös wird und umschichtet, verkauft im schlechtesten Moment.
  3. Kosten ignorieren: Achten Sie auf die jährliche Gesamtkostenquote (TER) und auf mögliche Handelsgebühren. Wie man günstig in ETFs und Fonds investiert erklärt der entsprechende SJB-Ratgeber.
  4. Klumpenrisiken übersehen: Wer ausschließlich auf einen Tech-ETF setzt, ist stark vom Technologiesektor abhängig. Breite Streuung bleibt das A und O.
  5. Sparplan vergessen: Ein einmaliger Kauf ist ein guter Einstieg, wer aber regelmäßig spart, verringert automatisch das Risiko eines ungünstigen Einstiegszeitpunkts (Cost-Average-Effekt): Bei niedrigen Kursen kauft der Sparplan mehr Anteile, bei hohen Kursen weniger.

So starten Sie mit dem ETF-Depot bei SJB

Der Einstieg ist einfacher als gedacht. Über das SJB DIY-Depot können Sie Ihr persönliches ETF-Portfolio bequem online zusammenstellen und verwalten:

  1. Registrierung über die SJB-Website oder die Finanzcockpit-App (iOS & Android)
  2. Depoteröffnung über die FFB (FIL Fondsbank) als regulierten Depotpartner
  3. ETF-Auswahl aus über 10.000 Fonds und ETFs – bei Investmentfonds mit bis zu 100 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, bei ETFs günstige Sparplankonditionen ohne klassisches Agio
  4. Sparplan einrichten ab 25 Euro monatlich oder Einmalanlage ab 500 Euro
  5. Depot im Blick behalten via App – auch externe Bankkonten lassen sich aggregieren

Alternativ steht Ihnen das erfahrene Team der SJB Vermögensverwaltung für eine individuelle, aktiv gemanagte Anlagestrategie zur Seite, mit einer Mindestanlage von 1.000 Euro einmalig oder 50 Euro pro Monat.

Häufige Fragen: ETF-Portfolio für Anfänger

Wie viele ETFs brauche ich für ein gutes Portfolio? 

In den meisten Fällen reichen ein bis drei ETFs vollkommen aus. Schon ein breit gestreuter MSCI World ETF oder ein MSCI ACWI ETF deckt mehrere tausend Unternehmen weltweit ab.

Ab wie viel Euro kann ich ein ETF-Portfolio starten? 

Über das SJB DIY-Depot starten Sie bereits ab 25 Euro monatlich im Sparplan oder ab 500 Euro als Einmalanlage.

Wie oft sollte ich mein ETF-Portfolio überprüfen? 

Eine jährliche Überprüfung reicht in der Regel aus. Wer möchte, kann einmal pro Jahr ein leichtes Rebalancing vornehmen und die ursprüngliche Gewichtung wiederherstellen.

Sind ETFs sicher? 

ETFs sind Sondervermögen, das bedeutet, sie sind im Falle einer Insolvenz des Anbieters geschützt. Wie bei jeder Kapitalanlage gibt es jedoch Marktrisiken: Kurse können schwanken und auch fallen.

Thesaurierend oder ausschüttend – was wähle ich als Anfänger? 

Für den langfristigen Vermögensaufbau ohne Kapitalbedarf empfiehlt sich in der Regel ein thesaurierender ETF, da Erträge automatisch reinvestiert werden und der Zinseszinseffekt stärker wirkt.

Fazit

Ein ETF-Portfolio für Anfänger muss nicht komplex sein – es muss vor allem zur eigenen Lebenssituation passen. Ob das ruhige Einsteiger-Depot mit Anleihenanteil, das bewährte 70/30-Portfolio oder das wachstumsorientierte Dreiklang-Weltportfolio: Alle drei Ansätze bieten eine solide Grundlage für den langfristigen Vermögensaufbau. Entscheidend ist, anzufangen, konsequent zu bleiben und Schwankungen gelassen zu begegnen. SJB begleitet Sie dabei, mit persönlicher Beratung, einem breiten Fondsuniversum und einer Plattform, die für Sie arbeitet.

Jetzt aktiv werden!


Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Anlageberatung dar. Für eine persönliche Empfehlung sprechen Sie bitte direkt mit unserem Team. Steuer- und Rechtsfragen sollten mit einem qualifizierten Steuerberater oder Rechtsanwalt geklärt werden.

SJB Invest GmbH  & Co. KG  — Heckenend 2a | 41352 Korschenbroich | Gebundener Vermittler nach § 3 Abs. 2 WpIG unter Haftungsdach der BfV Bank für Vermögen AG (BaFin-reguliert)

Klingt spannend?

Unsere Handelsberater erklären Ihnen gerne, was man aus dieser Situation macht.
Rufen Sie uns an.

sebastian zimmermann - Team | SJB

Sebastian Zimmermann

Beratung: 02182 / 85 20

Kontaktformular