Stellen Sie sich vor, Sie legen heute 20.000 Euro auf einem klassischen Sparkonto an und heben das Geld in zehn Jahren wieder ab. Nominell stehen noch 20.000 Euro auf dem Kontoauszug. Doch was Sie damit kaufen können, ist deutlich weniger. Denn Inflation ist kein abstraktes Konzept aus dem Wirtschaftslehrbuch, sie ist ein realer, täglicher Wertverlust Ihres Geldes. In Deutschland lag die Inflationsrate im Juni 2026 bei rund 2,3 Prozent, die Kerninflation sogar bei 2,5 Prozent. Das klingt zunächst harmlos. Doch über zehn oder zwanzig Jahre summiert sich dieser Effekt erheblich. Die entscheidende Frage für Anleger lautet daher: Wie kann ich mein Vermögen so investieren, dass es die Inflation nicht nur übersteht, sondern langfristig wächst? ETFs und aktiv gemanagte Fonds spielen dabei eine zentrale Rolle.
Was Inflation mit Ihrem Geld macht
Inflation beschreibt den allgemeinen Anstieg des Preisniveaus über die Zeit. Gemessen wird sie am Verbraucherpreisindex (VPI), der einen repräsentativen Warenkorb aus Lebensmitteln, Energie, Wohnen, Verkehr und Dienstleistungen abbildet. Steigt dieser Index, sinkt die Kaufkraft Ihres Geldes: Sie bekommen für denselben Betrag weniger.
Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig ein Inflationsziel von rund 2 Prozent an, als Kompromiss zwischen Preisstabilität und gesundem Wirtschaftswachstum. Doch selbst bei dieser als „moderat“ geltenden Rate verlieren 1.000 Euro bei 2,5 Prozent Inflation über 20 Jahre fast 40 Prozent ihrer realen Kaufkraft. Die Restkaufkraft beträgt rechnerisch nur noch rund 610 Euro.
Hinweis: Die sogenannte Realrendite Ihrer Geldanlage ergibt sich aus dem Nominalzins abzüglich der Inflationsrate. Ein Tagesgeldkonto mit 2 Prozent Zinsen und gleichzeitig 2,3 Prozent Inflation ergibt eine negative Realrendite von etwa minus 0,3 Prozent. Sie verlieren also real an Kaufkraft, obwohl Zinsen fließen.
Das Ziel einer inflationsangepassten Anlagestrategie ist daher klar: eine Rendite erzielen, die spürbar über der aktuellen Inflationsrate liegt und das möglichst langfristig und konsistent.
Inflation-ETF: Welche Typen schützen vor Kaufkraftverlust?
Wenn Anleger von einem „Inflation-ETF“ sprechen, meinen sie meist zwei unterschiedliche Kategorien von Investmentprodukten. Es lohnt sich, diese genau zu kennen.
Inflationsgebundene Anleihen-ETFs (Inflation-Linked Bonds / Linker)
Inflationsgebundene Anleihen werden im Englischen als „Inflation-Linked Bonds“ oder kurz „Linker“ bezeichnet. Sie investieren in Staatsanleihen, deren Nennwert und Kupons direkt an die Inflationsrate angepasst werden. Der entscheidende Mechanismus: Steigt der Verbraucherpreisindex, steigt auch der Nennwert der Anleihe und damit die ausgezahlten Zinsen, da diese prozentual auf den Nennwert berechnet werden.
Eine bekannte Untergruppe sind die US-amerikanischen TIPS (Treasury Inflation-Protected Securities). Dieser Begriff bezeichnet ausschließlich Anleihen des US-Finanzministeriums, die an den amerikanischen Verbraucherpreisindex (CPI) gekoppelt sind. Im Euroraum sind die vergleichbaren Instrumente als „Euro-Linker“ oder „OATi“ (französische Staatsanleihen) geläufig und an den europäischen HVPI gebunden.
Wer solche Anleihen über einen ETF hält, profitiert davon, dass der Fonds auslaufende Papiere fortlaufend in neue Anleihen rollt, ganz ohne eigenen Verwaltungsaufwand. Diese ETFs bilden damit kontinuierlich die Wertentwicklung eines inflationsgeschützten Anleiheportfolios ab.
Tipp: Für Anleger im Euroraum sind Euro-Linker-ETFs in der Regel besser geeignet als ETFs auf US-TIPS, da sie an den europäischen HVPI (Harmonisierten Verbraucherpreisindex) gekoppelt sind und damit die hiesige Preisentwicklung direkter widerspiegeln. Der US-CPI und der europäische Inflationsindex können teils erheblich voneinander abweichen.
Wichtig zu verstehen: Inflationsgebundene Anleihen-ETFs verhalten sich in der Praxis nicht immer so, wie Anleger es intuitiv erwarten. Denn die Kursentwicklung hängt stark von den Inflationserwartungen und den Realzinsen ab, nicht nur von der aktuell gemessenen Inflation. Steigen die Realzinsen, können die Kurse dieser ETFs kurzfristig unter Druck geraten, auch wenn die Inflationsanpassung der enthaltenen Anleihen weiterläuft. Der Grund liegt in der Duration: Ein ETF hält seine Anleihen, anders als ein Direktinvestment, nicht bis zur Endfälligkeit, sondern rollt sie fortlaufend. Dadurch greift bei steigenden Zinsen das Kursrisiko der enthaltenen Papiere voll durch und kann den theoretischen Inflationsschutz phasenweise überlagern.
Aktien-ETFs und aktiv gemanagte Fonds als langfristiger Inflationsschutz
Aktien-ETFs und aktiv gemanagte Aktienfonds sind nicht direkt an die Inflationsrate gekoppelt, bieten aber langfristig den stärksten Schutz vor Kaufkraftverlust. Der Grund: Unternehmen können steigende Kosten in aller Regel über höhere Preise an ihre Kunden weitergeben. Gewinne wachsen im Gleichschritt mit der Wirtschaft und langfristig oft deutlich schneller als die Inflation.
Historisch haben breit diversifizierte Aktienportfolios, gemessen an globalen Indizes, eine Rendite von 7 bis 9 Prozent pro Jahr erzielt. Bei einer Inflationsrate von 2,5 Prozent ergibt das eine reale Rendite von etwa 4,5 bis 6,5 Prozent jährlich. Das ist der eigentliche Zinseszinseffekt, der langfristig Vermögen aufbaut.
Beispiel: Wer monatlich 100 Euro in einen globalen ETF-Sparplan investiert und dabei historisch 7 Prozent Jahresrendite erzielt, kommt nach 25 Jahren auf ein Vermögen von rund 81.000 Euro, trotz einer Gesamteinzahlung von nur 30.000 Euro. Die Inflation reduziert diesen realen Wert, aber die Rendite übersteigt sie deutlich.
Inflationsanpassung ETF: Die wichtigsten Anlageklassen im Vergleich
Wie die SJB-Strategien auf Inflation reagieren
Bei SJB Invest wird seit über 37 Jahren ein konsequent antizyklischer Investmentansatz verfolgt. Das bedeutet: Märkte und Branchen, die kurzfristig unter Druck stehen, aber fundamental stark sind, werden gezielt im Blick behalten. Dieser Ansatz hat sich gerade in inflationären Phasen als wertvoll erwiesen, denn solche Phasen gehen oft mit Kurskorrekturen einher, die antizyklisch denkenden Investoren günstige Einstiegsgelegenheiten bieten.
Die drei angebotenen Strategien sind unterschiedlich gut gegen Inflation gewappnet:
- SJB Surplus richtet sich an renditeorientierte Anleger und setzt auf wachstumsstarke Positionen. In inflationären Phasen, in denen Sachwerte und Aktiengesellschaften mit hoher Preissetzungsmacht profitieren, kann diese Strategie eine überdurchschnittliche reale Rendite erzielen.
- SJB Substanz konzentriert sich auf Value- und Dividendenaktien – also Unternehmen mit stabilen Ausschüttungen und solidem Geschäftsmodell. Dividenden, die regelmäßig wachsen, sind ein bewährtes Mittel gegen schleichenden Kaufkraftverlust. Anleger erhalten fortlaufend reale Erträge, die im besten Fall mit der Inflation mithalten oder sie übertreffen.
- SJB Nachhaltig verfolgt eine ESG-konforme Strategie und investiert in Unternehmen, die ökologische und soziale Standards erfüllen. Diese Strategie ist mehrfach mit den PI‑Stars ausgezeichnet worden und kombiniert nachhaltige Prinzipien mit soliden Renditezielen, auch mit Blick auf den langfristigen Werterhalt.
Tipp: Alle drei SJB-Strategien sind mit Mindestanlage ab 1.000 Euro einmalig oder 50 Euro monatlich zugänglich. Für einen unverbindlichen Einstieg in die Welt der professionellen Vermögensverwaltung lohnt sich ein Beratungsgespräch.
Inflationsanpassung im eigenen ETF-Depot: Praxisüberlegungen
Wer selbst aktiv sein möchte, kann über das SJB DIY-Depot eigenständig in über 10.000 Fonds und ETFs investieren, bei Investmentfonds mit bis zu 100 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag und bei ETFs mit vergünstigten Ausführungsgebühren. Abgewickelt wird über die Finanzcockpit-App und die FFB (FIL Fondsbank).
Für eine inflationsangepasste Depot-Strategie empfiehlt sich folgende Grundüberlegung:
- Basis des Depots: Ein oder mehrere breit diversifizierte globale Aktien-ETFs bilden das Fundament. Sie bieten das stärkste langfristige Inflationsschutzpotenzial durch reales Unternehmenswachstum.
- Beimischung inflationsgebundener Anleihen: Ein kleiner Anteil an Inflation-Linked-Bond-ETFs, für Euroraum-Anleger bevorzugt auf Euro-Linker-Basis, kann das Portfolio in inflationären Stressphasen stabilisieren. Eine Beimischung von 5 bis 10 Prozent des Gesamtportfolios kann bereits einen spürbaren Schutzeffekt haben, ohne das Gesamtrisikoprofil stark zu verändern.
- Liquiditätspuffer separat halten: Tagesgeld oder Geldmarkt-ETFs eignen sich für den Notgroschen, nicht aber als langfristige Inflationsabsicherung. Dieser Puffer sollte drei bis sechs Monatsausgaben abdecken und separat geparkt werden.
- Regelmäßig rebalancieren: Durch periodisches Rebalancing, also die Wiederherstellung der ursprünglichen Gewichtung, stellen Anleger sicher, dass ihr Depot nicht ungewollt in eine Richtung kippt. Steigt ein Segment stark, werden Gewinne partiell in schwächere Bereiche umgeschichtet. Das ist antizyklisches Handeln in der Praxis.
Hinweis: Diese Überlegungen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine individuelle Beratung. Ihre persönliche Risikobereitschaft, Ihr Anlagehorizont und Ihre steuerliche Situation spielen eine entscheidende Rolle. Sprechen Sie mit unserem Team unter www.sjb.de/kontakt.
Festgeld und Zinsen: Was sicherheitsorientierte Anleger wissen sollten
Nicht jeder Anleger möchte sein gesamtes Vermögen in Aktien oder Fonds investieren. Für sicherheitsorientierte Sparer bietet SJB auch Festgeld- und Tagesgeldoptionen sowie Geldmarkt-ETFs, mit gesetzlicher Einlagensicherung und planbaren Konditionen.
Wichtig zu verstehen: Klassische Sparprodukte sind im aktuellen Umfeld nur dann inflationsschützend, wenn ihr Zinssatz die Inflationsrate übersteigt. Wer Festgeld zur kurzfristigen Liquiditätssicherung oder als risikoarmen Depotbaustein nutzt und die dynamischen Renditen anderweitig im Portfolio abbildet, trifft eine nachvollziehbare Entscheidung.
Hinweis: Aktuelle Konditionen für Festgeld und Tagesgeld können sich ändern. Sprechen Sie uns gerne direkt an.
Fazit
Inflation ist kein vorübergehendes Phänomen, sie ist ein dauerhafter Begleiter jeder Geldanlage. Wer sein Vermögen langfristig schützen und ausbauen will, kommt an einer durchdachten Anlagestrategie nicht vorbei. ETFs und aktiv gemanagte Fonds, ob inflationsgebunden oder auf Aktien ausgerichtet, bieten dabei unterschiedliche Ansätze, die sich je nach Ziel und Risikobereitschaft kombinieren lassen. Die Experten von SJB Invest begleiten Sie seit über 37 Jahren dabei, Ihr Vermögen vor Kaufkraftverlust zu schützen und real wachsen zu lassen. Nutzen Sie die Möglichkeit zu einem unverbindlichen Beratungsgespräch, damit Ihr Geld auch morgen noch das wert ist, was es heute verdient.
- Jetzt Beratungstermin vereinbaren: Sprechen Sie mit unseren Experten über Ihre persönliche Anlagestrategie gegen Inflation. Telefon: +49 2182 852-0 | E-Mail: fonds@sjb.de | www.sjb.de/kontakt
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Häufige Fragen (FAQ)
Was ist ein Inflation-ETF?
Ein Inflation-ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der entweder direkt in sogenannte Inflation-Linked Bonds (Linker) investiert, Staatsanleihen, deren Kupons und Rückzahlungen automatisch an den Verbraucherpreisindex angepasst werden, oder in Anlageklassen wie Aktien und Rohstoffkörbe, die langfristig als Inflationsschutz gelten. US-spezifische Varianten dieser Anleihen werden als TIPS (Treasury Inflation-Protected Securities) bezeichnet; im Euroraum sind Euro-Linker die verbreitete Entsprechung.
Wie funktioniert die Inflationsanpassung bei ETFs?
Bei inflationsgebundenen Anleihen-ETFs wird der Nennwert der enthaltenen Anleihen regelmäßig an die Inflationsrate angepasst. Da die Zinszahlungen prozentual auf diesen angepassten Nennwert berechnet werden, steigen auch die Erträge mit der Inflation. Der ETF rollt auslaufende Anleihen fortlaufend in neue, Anleger müssen sich darum nicht selbst kümmern.
Schützen normale Aktien-ETFs auch vor Inflation?
Ja, langfristig sogar sehr effektiv. Unternehmen können steigende Kosten über Preiserhöhungen weitergeben und profitieren vom Wirtschaftswachstum. Historisch haben globale Aktien-ETFs eine Rendite erzielt, die deutlich über der durchschnittlichen Inflationsrate liegt. Allerdings sind kurzfristige Schwankungen möglich.
Was ist der Unterschied zwischen US-TIPS-ETFs und Euro-Linker-ETFs?
TIPS (Treasury Inflation-Protected Securities) sind ausschließlich US-amerikanische Staatsanleihen und an den amerikanischen Verbraucherpreisindex (CPI) gekoppelt. Euro-Linker-ETFs hingegen halten europäische inflationsgebundene Staatsanleihen, die an den HVPI (Harmonisierten Verbraucherpreisindex der Eurozone) angepasst werden. Für Anleger im Euroraum sind Euro-Linker in der Regel besser geeignet, da sie die hiesige Preisentwicklung direkter abbilden.
Ab welchem Betrag kann ich bei SJB in ETFs und Fonds investieren?
Das DIY-Depot bei SJB ist ab 25 Euro im Sparplan oder ab 500 Euro als Einmalanlage verfügbar. Die professionelle Vermögensverwaltung startet ab 1.000 Euro einmalig oder 50 Euro monatlich.

