FTSE All-World ETF: Der einfache Weg zum globalen Aktienportfolio?

Der FTSE All-World ETF gehört zu den meistgenutzten Basisinvestments für den langfristigen Vermögensaufbau. Er bündelt über 4.200 Unternehmen aus mehr als 49 Ländern und kombiniert Industrie- sowie Schwellenländer in einem einzigen Produkt. Wer verstehen möchte, wie dieser Index aufgebaut ist, worin er sich vom bekannten MSCI World unterscheidet und für wen er geeignet ist, findet in diesem Artikel alle wesentlichen Antworten.
ftse all world - ftse world etf
Geschrieben von
Sebastian Zimmermann
Erstellt am
11.09.2026
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Einmal investieren und dabei automatisch an Tausenden Unternehmen weltweit beteiligt sein: Für viele Anlegerinnen und Anleger klingt das nach einer verlockenden Idee. Der FTSE All-World ETF macht genau das möglich. Er gilt als einer der bekanntesten Einzel-ETFs für ein global diversifiziertes Aktienportfolio und erfreut sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. Doch was steckt hinter dem Index? Ist er wirklich so breit gestreut, wie der Name vermuten lässt? Und für wen eignet er sich besonders? In diesem Beitrag ordnen wir alle wichtigen Fakten ein und erklären, wie Sie diesen ETF im Rahmen einer soliden Anlagestrategie einsetzen können.

Was ist der FTSE All-World Index?

Der FTSE All-World Index wird vom britischen Indexanbieter FTSE Russell berechnet, einer Tochtergesellschaft der London Stock Exchange Group. Er zählt zur sogenannten FTSE Global Equity Index Series und erfasst die größten und mittelgroßen börsennotierten Unternehmen weltweit nach dem Prinzip der Free-Float-Marktkapitalisierung. Das bedeutet: Je größer ein Unternehmen gemessen an seinem frei handelbaren Börsenwert ist, desto höher ist sein Anteil im Index.

Aktuell umfasst der FTSE All-World Index rund 4.200 Unternehmen aus über 49 Ländern (Stand: 2026). Enthalten sind sowohl entwickelte Industrienationen als auch Schwellenländer wie China, Indien, Taiwan, Brasilien und Südkorea. Nicht berücksichtigt werden hingegen sogenannte Frontier Markets sowie Unternehmen mit sehr kleiner Marktkapitalisierung, die sogenannten Small Caps.

Tipp: Wer sich fragt, warum Südkorea im FTSE All-World als Industrieland gilt, aber beim bekannten MSCI World als Schwellenland eingestuft ist - das liegt an unterschiedlichen Klassifizierungsmethoden der jeweiligen Indexanbieter. FTSE Russell hat Südkorea bereits vor einigen Jahren als entwickelten Markt anerkannt. Das hat Auswirkungen auf die Gewichtung von Unternehmen wie Samsung Electronics in beiden Indizes.

Wie ist der FTSE All-World ETF aufgebaut?

Ein ETF auf den FTSE All-World bildet diesen Index möglichst genau ab, in der Regel durch physische Replikation. Das bedeutet, der ETF kauft tatsächlich die Aktien der enthaltenen Unternehmen. Die Zusammensetzung spiegelt dabei die Gewichtung des Index wider.

Ein Blick auf die aktuelle regionale Verteilung zeigt, dass der US-amerikanische Aktienmarkt mit Abstand das höchste Gewicht trägt:

Region / Land Gewichtung (ca., Stand Frühjahr 2026)
USA ca. 57–62 %
Japan ca. 5,6 %
China ca. 3,0 %
Taiwan ca. 2,9 %
Großbritannien ca. 2,9 %
Kanada ca. 2,7 %
Indien ca. 2,0 %
Schweiz, Frankreich, Deutschland jeweils ca. 2,0 %
Schwellenländer gesamt ca. 11–12 %

Die klare Dominanz der USA im Index spiegelt die globale Marktkapitalisierungsverteilung wider. Wer heute in einen FTSE All-World ETF investiert, setzt damit automatisch zu einem großen Teil auf die US-Wirtschaft und insbesondere auf US-amerikanische Technologiekonzerne. Der Technologiesektor macht mit ca. 30–33 % den größten Branchenanteil aus. Microsoft, Apple, NVIDIA und Alphabet zählen zu den am stärksten gewichteten Einzelpositionen.

Hinweis: Die hier genannten Gewichtungen sind Näherungswerte und können sich durch Marktbewegungen regelmäßig verändern. Für aktuelle und verbindliche Daten empfehlen wir, direkt auf die Website des jeweiligen ETF-Anbieters zurückzugreifen. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.

FTSE All-World vs. MSCI World: Der entscheidende Unterschied

Viele Anlegerinnen und Anleger stoßen bei ihrer Recherche auf beide Indizes und fragen sich: Was ist der Unterschied, und welcher ist besser?

Die Antwort liegt im Universum der enthaltenen Länder. Der MSCI World beschränkt sich ausschließlich auf Industrieländer und umfasst damit rund 1.300 bis 1.400 Unternehmen aus 23 Ländern. Schwellenländer wie China, Indien, Brasilien oder Taiwan sind im MSCI World nicht enthalten. Der Name ist also etwas irreführend: Es handelt sich beim MSCI World eher um einen Industrieländer-Index.

Der FTSE All-World nimmt seinen Namen wörtlicher. Er bezieht Industrie- und Schwellenländer gleichermaßen ein und kommt dadurch auf rund 4.200 Unternehmen aus über 49 Ländern. Der Schwellenländeranteil liegt dabei bei etwa 11 bis 12 Prozent.

Merkmal MSCI World FTSE All-World
Anzahl Unternehmen ca. 1.300–1.400 ca. 4.200
Länder 23 Industrieländer ca. 49 Länder (Industrie- und Schwellenländer)
Schwellenländer enthalten? Nein Ja (ca. 11–12 %)
Südkorea-Klassifizierung Schwellenland Industrieland
Breite der Diversifikation Hoch Sehr hoch
Historische Rendite (langfristig) Sehr ähnlich Sehr ähnlich

Für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger, die in einem einzigen ETF sowohl Industrie- als auch Schwellenländer abbilden möchten, bietet der FTSE All-World eine praktische Lösung. Wer Schwellenländer bewusst separat steuern oder gewichten möchte, kann alternativ mit einer Kombination aus MSCI World und einem Schwellenländer-ETF arbeiten.

Welche ETFs bilden den FTSE All-World ab?

Der bekannteste und nach Fondsvolumen größte ETF auf diesen Index ist der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF. Er ist in zwei Varianten verfügbar: als ausschüttende Version und als thesaurierende Version, bei der die Erträge automatisch reinvestiert werden.

Das kombinierte Fondsvolumen beider Vanguard-Varianten beläuft sich auf über 23 Milliarden Euro (Stand: 2026) und macht den Vanguard FTSE All-World damit zu einem der größten und liquidesten ETFs im europäischen Markt. Die jährliche Gesamtkostenquote (TER) liegt bei 0,22 Prozent pro Jahr, und zwar einheitlich für beide Varianten: die ausschüttende (WKN: A1JX52) wie auch die thesaurierende Version (WKN: A2PKXG).

Im Jahr 2026 ist der Wettbewerb um ETFs auf den FTSE All-World spürbar gewachsen. Der direkteste Herausforderer von Vanguard ist Invesco mit seinem Invesco FTSE All-World UCITS ETF, der mit einer TER von 0,15 Prozent pro Jahr kostengünstiger ist. Daneben sind auch Xtrackers und weitere Anbieter in diesen Markt eingetreten. Wer über einen MSCI-basierten Welt-ETF nachdenkt, findet bei iShares (BlackRock) entsprechende Produkte auf den MSCI ACWI oder MSCI ACWI IMI als vergleichbare Alternative mit MSCI-Systematik. Der Wettbewerb unter den Anbietern insgesamt hat dazu geführt, dass die Kostenquoten für global diversifizierte Welt-ETFs in den vergangenen Jahren deutlich gesunken sind, was langfristig für Anlegerinnen und Anleger vorteilhaft ist.

Tipp: Bei der Wahl zwischen ausschüttend und thesaurierend sollten Anlegerinnen und Anleger ihre persönliche Steuersituation berücksichtigen. Wer regelmäßige Erträge auf dem Konto bevorzugt, wählt die ausschüttende Variante. Wer den Zinseszinseffekt optimal nutzen möchte, greift zum thesaurierenden ETF. Eine individuelle Beratung hilft dabei, die richtige Entscheidung zu treffen. Mehr zum Thema finden Sie im Ratgeber „ETF thesaurierend oder ausschüttend“ auf unserer Website.

Für wen eignet sich ein FTSE All-World ETF?

Ein ETF auf den FTSE All-World ist grundsätzlich für ein breites Spektrum an Anlegerinnen und Anlegern interessant. Besonders gut passt er zu:

  • Einsteigern, die mit einem einzigen Produkt ein global diversifiziertes Aktienportfolio aufbauen möchten
  • Langfristigen Sparern, die einen Sparplan über viele Jahre oder Jahrzehnte einrichten wollen
  • Anlegern mit mittlerer bis höherer Risikobereitschaft, die Kursschwankungen tolerieren und auf langfristiges Wachstum setzen
  • Menschen, die wenig Zeit für die Portfolioverwaltung aufbringen möchten, da der ETF selbst regelmäßig durch den Indexanbieter aktualisiert wird

Wer hingegen sicherheitsorientiert ist oder einen Anlagehorizont von unter fünf Jahren hat, sollte prüfen, ob ein reines Aktieninvestment zur eigenen Situation passt. Aktienmärkte können kurzfristig erheblich schwanken, wie diverse Marktkorrekturen der vergangenen Jahre gezeigt haben.

Wer herausfinden möchte, welcher Anlegertyp er ist und wie viel Risiko zur eigenen Lebenssituation passt, findet im SJB-Ratgeber weitere hilfreiche Informationen.

FTSE All-World ETF als Basis: Was fehlt?

So breit der FTSE All-World aufgestellt ist, gibt es einige Aspekte, die Anlegerinnen und Anleger im Blick behalten sollten:

  • Klumpenrisiko USA: Mit einem Anteil von rund 57 bis 62 Prozent am Gesamtindex ist die US-Wirtschaft dominant vertreten. Das bedeutet: Gerät die amerikanische Wirtschaft unter Druck, spürt ein reines FTSE All-World Investment das deutlich. Eine bewusste Streuung über weitere Anlageklassen und Regionen kann dieses Risiko abfedern.
  • Keine Small Caps: Der FTSE All-World enthält ausschließlich große und mittelgroße Unternehmen. Kleinere Unternehmen, die sogenannten Small Caps, sind nicht enthalten. Wer eine noch breitere Marktabdeckung anstrebt, kann ergänzend auf Indizes wie den FTSE Global All Cap setzen.
  • Keine Anleihen, kein Festgeld: Ein reiner Aktien-ETF wie der FTSE All-World deckt nur die Aktienkomponente eines Portfolios ab. Wer Stabilität durch festverzinsliche Anlagen oder Sicherheit durch Festgeld sucht, muss diese Bausteine separat hinzufügen. Informationen dazu finden Sie im Bereich Zinsen und Sparen auf unserer Website.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Ob ein FTSE All-World ETF zu Ihrer persönlichen Anlagestrategie passt, hängt von Ihrer individuellen Situation, Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikobereitschaft ab. Eine individuelle Beratung ist stets empfehlenswert.

FTSE All-World ETF im Sparplan: So starten Sie mit kleinen Beträgen

Einer der größten Vorteile eines ETF-Sparplans ist die Zugänglichkeit. Sie müssen nicht auf einen günstigen Einstiegszeitpunkt warten, sondern investieren regelmäßig einen festen Betrag, zum Beispiel monatlich. Dieser sogenannte Cost-Averaging-Effekt sorgt dafür, dass Sie bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile kaufen und bei hohen Kursen weniger.

Über das DIY-Depot von SJB können Sie bereits ab 25 Euro im Sparplan oder ab 500 Euro als Einmalanlage in ETFs und Fonds investieren. Dabei erhalten Sie Zugang zu über 10.000 Fonds und ETFs. Die Abwicklung erfolgt über die FFB (FIL Fondsbank) als zuverlässigem Depotpartner.

Beispiel: Eine Person startet mit 100 Euro monatlich in einen FTSE All-World-ETF‑Sparplan. Nach 20 Jahren regelmäßigen Sparens hat sie insgesamt 24.000 Euro eingezahlt. Durch den Zinseszinseffekt und die historische Marktentwicklung kann das Depot bei langfristiger Betrachtung deutlich über dem eingezahlten Betrag liegen. Konkrete Renditeprognosen sind dabei nicht möglich und werden bewusst nicht genannt, da die Wertentwicklung der Vergangenheit keine verlässliche Aussage über die Zukunft erlaubt. Mehr zum Thema Zinseszins finden Sie im Ratgeber Zinseszins erklärt.

Brauche ich professionelle Begleitung oder kann ich alleine starten?

Das hängt von Ihrer persönlichen Situation und Ihrem Wissensstand ab. Wer den FTSE All-World ETF als Basisinvestment kennt und einen einfachen Sparplan starten möchte, kann dies mit dem SJB-DIY-Depot eigenständig tun. Über die Finanzcockpit-App (verfügbar für iOS und Android) behalten Sie Ihr Portfolio jederzeit im Blick.

Wer hingegen eine umfassendere Anlagestrategie aufbauen möchte, die auf das eigene Lebensumfeld, die Altersvorsorge und individuelle Ziele abgestimmt ist, profitiert von einer professionellen Begleitung. Die Vermögensverwaltung der SJB bietet aktiv gemanagte Strategien mit antizyklischem Ansatz, die gezielt auf Chancen an Märkten setzen, die kurzfristig unter Druck geraten sind, fundamental aber positiv bewertet werden.

Die SJB-Strategien Surplus, Substanz und Nachhaltig sind dabei mehrfach mit den PI-Stars ausgezeichnet worden, zuletzt als beste Management- und nachhaltigste Strategie. Eine Vermögensverwaltung beginnt bei SJB bereits ab 1.000 Euro Einmalanlage oder 50 Euro monatlich.

Fazit

Der FTSE All-World ETF ist ein praktisches und breit diversifiziertes Basisinvestment für den langfristigen Vermögensaufbau. Er vereint über 4.200 Unternehmen aus mehr als 49 Ländern in einem Produkt und schließt Schwellenländer ein, die beim klassischen MSCI World fehlen. Die hohe US-Gewichtung und die Konzentration auf Large- und Mid-Caps sollten Anlegerinnen und Anleger kennen und bei der Gesamtausrichtung des Portfolios berücksichtigen. Wer mit einem einfachen, kostengünstigen Instrument global investieren möchte, findet im FTSE All-World ETF einen soliden Einstiegspunkt. Für eine ganzheitliche Strategie empfiehlt es sich, ergänzende Anlageklassen zu berücksichtigen und bei Bedarf professionellen Rat einzuholen.

Häufige Fragen zum FTSE All-World ETF

Was ist der Unterschied zwischen dem FTSE All-World ETF und dem MSCI-World ETF? 

Der MSCI World enthält ausschließlich Unternehmen aus Industrieländern, der FTSE All-World bezieht zusätzlich Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien ein. Damit ist der FTSE All-World breiter diversifiziert und umfasst rund 4.200 Unternehmen gegenüber etwa 1.300 beim MSCI World.

Für wen eignet sich ein FTSE All-World ETF? 

Er eignet sich besonders für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger mit mittlerer bis höherer Risikobereitschaft, die mit einem einzigen Produkt ein global diversifiziertes Aktienportfolio aufbauen möchten. Kurze Anlagehorizonte oder sicherheitsorientierte Strategien passen weniger gut zu einem reinen Aktien-ETF.

Wie hoch ist der US-Anteil im FTSE All-World ETF? 

Derzeit liegt der Anteil der USA im FTSE All-World bei ca. 57 bis 62 Prozent des Fondsvolumens. Dies spiegelt die globale Marktkapitalisierungsverteilung wider, bei der US-Konzerne wie Apple, Microsoft, NVIDIA und Alphabet besonders stark gewichtet sind.

Kann ich einen FTSE All-World ETF auch als Sparplan besparen? 

Ja. Über das SJB-DIY-Depot ist ein ETF-Sparplan ab 25 Euro monatlich möglich. Regelmäßiges Sparen nutzt den Cost-Averaging-Effekt und kann langfristig den Vermögensaufbau unterstützen.

Gibt es thesaurierende und ausschüttende Varianten? 

Ja. Der bekannteste FTSE All-World ETF von Vanguard ist in beiden Varianten erhältlich. Thesaurierende ETFs reinvestieren die Erträge automatisch, ausschüttende ETFs zahlen sie regelmäßig aus.


Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Anlageberatung dar. Für eine persönliche Empfehlung sprechen Sie bitte direkt mit unserem Team. Steuer- und Rechtsfragen sollten mit einem qualifizierten Steuerberater oder Rechtsanwalt geklärt werden.

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