Investmentfonds
04.11.2026

Schwellenländer-ETFs und -Fonds: Chancen in Emerging Markets

Schwellenländer-ETFs und aktiv gemanagte Schwellenländer-Fonds ermöglichen Anlegern die Teilhabe an den Wachstumsmärkten Asiens, Lateinamerikas und Afrikas. Länder wie Indien, Taiwan, Brasilien und Indonesien wachsen strukturell schneller als die meisten Industrienationen und sind börsentechnisch oft deutlich günstiger bewertet. SJB bietet über das DIY-Depot Zugang zu mehr als 10.000 Fonds und ETFs, mit bis zu 100 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag.
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Geschrieben von
Sebastian Zimmermann
Erstellt am
04.11.2026
In diesem Artikel:

Während viele Anleger ihren Blick seit Jahren auf US-amerikanische oder europäische Märkte richten, rückt eine Anlageklasse 2026 wieder stärker in den Fokus: Schwellenländer-ETFs und Schwellenländer-Fonds. Gleichzeitig bringen Emerging Markets besondere Risiken mit sich, von politischen Unsicherheiten bis hin zu Währungsschwankungen. Dieser Artikel gibt Ihnen einen fundierten Überblick darüber, was Schwellenländer-Investments auszeichnet, welche Chancen 2026 bestehen und wie Sie Emerging Markets sinnvoll in Ihr Portfolio integrieren können.

Was sind Schwellenländer und Emerging Markets?

Der Begriff „Emerging Markets“ bezeichnet Volkswirtschaften, die sich in einer wirtschaftlichen Übergangsphase befinden. Sie sind nicht mehr reine Entwicklungsländer, haben aber noch nicht den vollen Reifegrad etablierter Wirtschaftsnationen wie Deutschland, die USA oder Japan erreicht.

Die Klassifizierung erfolgt durch internationale Indexanbieter wie MSCI oder FTSE Russell. Dabei spielen nicht allein wirtschaftliche Kennzahlen wie das Bruttoinlandsprodukt eine Rolle – entscheidend sind auch Faktoren wie Marktzugang, Liquidität, Rechtssicherheit und die Offenheit für ausländische Investoren.

Die beiden wichtigsten Indizes für Schwellenländer-ETFs sind:

  • MSCI Emerging Markets Index – umfasst rund 1.178 Unternehmen aus 24 Schwellenländern und bildet ca. 85 % der Marktkapitalisierung in diesen Ländern ab (Stand: August 2026)
  • FTSE Emerging Markets Index – ähnlich aufgebaut, jedoch mit abweichender Länderklassifizierung; Südkorea gilt hier bereits als Industrieland

Hinweis: Die Klassifizierung von Ländern wie Südkorea unterscheidet sich je nach Indexanbieter. Wer einen MSCI-World-ETF mit einem FTSE-Emerging-Markets-ETF kombiniert, kann ungewollte Überschneidungen oder Lücken im Portfolio erzeugen. Eine individuelle Beratung hilft, solche Fallstricke zu vermeiden.

Welche Länder und Sektoren dominieren 2026?

Die Zusammensetzung des MSCI Emerging Markets Index zeigt deutlich, wie stark Asien das Geschehen in den Schwellenländermärkten prägt. Stand Juli 2026 sind Taiwan (ca. 26,6 %), China (ca. 21,4 %) und Südkorea (ca. 20,3 %) die drei größten Gewichtungen im Index.

Bemerkenswert ist die Entwicklung Indiens: Volkswirtschaftlich gemessen am BIP-Wachstum gehört Indien zu den dynamischsten Märkten der Welt. Am Aktienmarkt und im MSCI EM Index hat Indien nach seinem Rekordhoch von knapp 20 % Gewichtung Mitte 2024 jedoch etwas an Indexgewicht abgegeben, getrieben durch die massive KI- und Halbleiter-Rallye, die enorm viel Kapital in Richtung Taiwan und Südkorea gelenkt hat. Stand Mitte 2026 liegt Indiens Anteil im MSCI EM bei rund 11 bis 12 %.

Auf Sektorebene dominiert Informationstechnologie mit einem Anteil von knapp 41 %, gefolgt von Finanzdienstleistungen mit rund 20 % sowie Nicht-Basiskonsumgütern. Die Technologiefokussierung spiegelt die rasant steigende Mobilfunk- und Internetnutzung in diesen Regionen wider.

Region / Land Gewichtung MSCI EM (ca.) Besonderheit
Taiwan ca. 26,6 % Technologie- und Halbleiterfokus (TSMC)
China ca. 21,4 % Staatliche Einflüsse, regulatorische Risiken
Südkorea ca. 20,3 % Im MSCI als EM, im FTSE als Industrieland
Indien ca. 11–12 % Starkes BIP-Wachstum, aufstrebende Mittelklasse
Brasilien ca. 5–7 % Rohstoffe, Agrarindustrie, Bankensektor

Quelle: MSCI, Stand: Juli 2026. Gewichtungen können sich ändern.

Tipp: Anleger, die bewusst ein höheres Engagement in Schwellenländern wünschen als es ein globaler All-World-ETF bietet, können gezielt Schwellenländer-ETFs oder aktiv gemanagte Schwellenländer-Fonds ihrem Depot beimischen. Im SJB DIY-Depot stehen hierfür über 10.000 Fonds und ETFs zur Auswahl, ohne Ausgabeaufschlag.

Die Chancen von Schwellenländer-Fonds im Überblick

Höheres Wachstumspotenzial

Die Emerging Markets machen inzwischen rund ein Drittel des globalen Bruttoinlandsprodukts aus. Das durchschnittliche reale Wirtschaftswachstum dieser Staaten lag in den vergangenen fünf Jahren bei mehr als fünf Prozent pro Jahr, ein Wert, der das Wachstum der meisten Industrienationen deutlich übertrifft. Getrieben wird dieser Aufschwung von einer wachsenden Mittelschicht, steigender Urbanisierung und zunehmender Industrialisierung.

Günstige Bewertungen nach Underperformance-Phase

Schwellenländer sind in den vergangenen Jahren häufig hinter den US-Märkten zurückgeblieben. Diese Phase der Underperformance hat jedoch einen positiven Effekt: Die Bewertungen sind im Vergleich zu vielen Industrieländermärkten historisch günstig. Der MSCI Emerging Markets wird derzeit mit einem vorausschauenden Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 10,3 bis 10,5 gehandelt, während der MSCI World als Maßstab für Industrieländer ein KGV von über 18 aufweist. Diese Bewertungsdifferenz ist fundamental und schafft langfristig Aufholpotenzial für geduldige Anleger.

Diversifikation im Portfolio

Schwellenländer-ETFs weisen eine geringere Korrelation zu etablierten Industrieländer-Märkten auf. Das bedeutet: Wenn Märkte wie der S&P 500 oder der DAX fallen, entwickeln sich Emerging Markets nicht zwingend mit der gleichen Tendenz. Eine gezielte Beimischung kann daher die Gesamtschwankung eines Portfolios reduzieren und die Streuung verbessern.

Demografischer Rückenwind

Viele Schwellenländer profitieren von einer jungen und wachsenden Bevölkerung. In Ländern wie Indien, Indonesien oder Vietnam wächst nicht nur die Bevölkerungszahl, es wächst vor allem die Mittelschicht mit steigendem Konsum- und Investitionsbedarf. Dieser demografische Rückenwind ist ein struktureller Wachstumstreiber, der über Jahrzehnte wirken kann.

Die Risiken nicht unterschätzen

Wer in Schwellenländer investiert, sollte die besonderen Risiken kennen und einkalkulieren:

  • Politische und regulatorische Risiken: Staatliche Eingriffe in Unternehmensstrategien, Regulierungswellen (wie in China 2021 im Technologiesektor) oder geopolitische Spannungen können Kurse erheblich beeinflussen.
  • Währungsrisiko: Schwellenländer-Währungen können gegenüber dem Euro stark schwanken. Abwertungen können Renditen aus lokaler Sicht erheblich schmälern.
  • Liquiditätsrisiken: Einzelne Märkte sind weniger liquide als europäische oder US-amerikanische Börsen. In Stressphasen kann das zu stärkeren Kursausschlägen führen.
  • Konzentrationsrisiko bei passiven ETFs: Klassische Emerging-Markets-ETFs sind oft stark in einzelne Länder oder Sektoren konzentriert. Die hohe Gewichtung von Taiwan (Halbleiter), China und Informationstechnologie bedeutet, dass branchenspezifische Schwächen überproportionale Auswirkungen haben können.

Hinweis: Investments in Schwellenländer können erheblichen Kursschwankungen unterliegen. Der Wert einer Anlage kann steigen und fallen. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Lassen Sie sich vor einer Anlageentscheidung individuell beraten.

Schwellenländer-ETFs vs. aktiv gemanagte Schwellenländer-Fonds

Für Anleger, die in Emerging Markets investieren möchten, stehen grundsätzlich zwei Wege offen: passive Schwellenländer-ETFs oder aktiv gemanagte Schwellenländer-Fonds. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung, je nach Anlageziel, Risikobereitschaft und Investmenthorizont.

Merkmal Schwellenländer ETF (passiv) Schwellenländer-Fonds (aktiv gemanagt)
Kosten (TER) In der Regel unter 0,2 % p.a. Meist 1,0–2,0 % p.a. und mehr
Transparenz Sehr hoch, Zusammensetzung täglich einsehbar Abhängig vom Fondsanbieter
Flexibilität Regelbasiert, keine aktiven Anpassungen Fondsmanager kann auf Marktveränderungen reagieren
Konzentrationsrisiko Indexgetreue Gewichtung, oft kopflastig Aktive Steuerung ermöglicht breitere Streuung
Ausgabeaufschlag bei SJB Bis zu 100 % Rabatt Bis zu 100 % Rabatt

Ein wichtiger Aspekt, der in der Praxis oft unterschätzt wird: Passive Emerging-Markets-ETFs sind nicht automatisch die risikoärmere Lösung. Wer beispielsweise einen klassischen MSCI Emerging Markets ETF kauft, trägt das volle Konzentrationsrisiko in Taiwan, China und dem Technologiesektor mit, ohne Möglichkeit zur Steuerung.

Aktiv gemanagte Schwellenländer-Fonds bieten hingegen erfahrenen Fondsmanagern die Möglichkeit, gezielt auf Chancen zu setzen und Risiken aktiv zu steuern. Das kostet etwas mehr, kann aber in volatilen Märkten einen echten Mehrwert bieten.

Tipp: Wer sich nicht zwischen passivem ETF und aktivem Fonds entscheiden möchte, kann beide Ansätze kombinieren. Ein breiter Schwellenländer-ETF als Basisposition und ein aktiv gemanagter Fonds als gezielte Ergänzung für spezifische Regionen oder Themen, das ist eine Strategie, die viele erfahrene Anleger verfolgen. Auf der Ratgeberseite von SJB finden Sie weitere Informationen zu Fonds- und ETF-Strategien.

Wie viele Schwellenländer gehören ins Portfolio?

Eine pauschale Antwort gibt es hier nicht, die richtige Gewichtung hängt von Ihrer individuellen Risikotoleranz, Ihrem Anlagehorizont und Ihren persönlichen Zielen ab. Als Orientierung gilt in der Praxis häufig die sogenannte 70/30-Regel: 70 % in Industrieländer-ETFs und 30 % in Schwellenländer-ETFs. Damit nimmt man eine gegenüber der reinen Marktkapitalisierungsgewichtung leicht erhöhte Schwellenländer-Quote in Kauf, um der wirtschaftlichen Bedeutung dieser Regionen stärker Rechnung zu tragen.

Wer einen globalen All-World-ETF wie den MSCI ACWI oder FTSE All-World hält, hat bereits rund 10–15 % Schwellenländer-Anteil im Portfolio, ohne aktives Zutun. Das ist ein gutes Fundament für Einsteiger.

Anleger, die gezielt höhere Wachstumschancen suchen und bereit sind, dafür mehr Volatilität in Kauf zu nehmen, können den Schwellenländer-Anteil bewusst erhöhen. Entscheidend ist dabei immer: Das Portfolio sollte zur persönlichen Lebenssituation passen.

Beispiel: Eine 35-jährige Anlegerin mit langem Anlagehorizont, stabilem Einkommen und höherer Risikobereitschaft könnte einen Schwellenländer-Anteil von 20–30 % in Erwägung ziehen. Eine Person kurz vor dem Renteneintritt mit dem Fokus auf Kapitalerhalt würde diese Quote deutlich niedriger ansetzen. Sprechen Sie für eine individuelle Einschätzung gerne mit den Experten bei SJB Invest.

Schwellenländer und antizyklisches Investieren – der SJB-Ansatz

SJB Invest verfolgt seit der Gründung im Jahr 1989 einen konsequent antizyklischen Investmentansatz. Das bedeutet: Es werden bewusst Märkte, Länder und Branchen bevorzugt, die kürzlich größere Kursverluste erlitten haben, aber fundamental und charttechnisch positiv bewertet werden.

Dieser Ansatz ist für Schwellenländer-Investments besonders relevant. Gerade in Phasen, in denen Emerging Markets hinter den Industrieländern zurückgeblieben sind und Anleger das Interesse verloren haben, entstehen oft die attraktivsten Einstiegsmöglichkeiten. Günstige Bewertungen kombiniert mit langfristigem Wachstumspotenzial – das ist die klassische antizyklische Ausgangslage.

Mit den SJB-Vermögensverwaltungsstrategien – SJB Surplus (wachstumsorientiert) und SJB Substanz (dividenden- und valueorientiert) – können Anleger von einem aktiven Management profitieren, das solche Chancen gezielt nutzt. Informieren Sie sich auf der SJB-Strategieseite über die konkreten Ansätze.

Nachhaltig in Schwellenländer investieren – ESG in Emerging Markets

Auch im Bereich Nachhaltigkeit bieten Schwellenländer zunehmend Möglichkeiten. Nachhaltige Emerging-Markets-ETFs und ESG-konforme Schwellenländer-Fonds schließen bestimmte Branchen aus, etwa Rüstung, Glücksspiel oder Tabak und nutzen Ansätze wie den „Best-in-Class“-Ansatz, um innerhalb der Schwellenländer die nachhaltigsten Unternehmen zu selektieren.

SJB bietet mit der Strategie SJB Nachhaltig eine mehrfach mit den PI Stars ausgezeichnete ESG-konforme Anlagestrategie. Auch für Anleger, die globale Schwellenländer-Wachstumschancen mit einem nachhaltigen Investmentansatz verbinden möchten, stehen im SJB-Fondsuniversum entsprechende Lösungen bereit.

Hinweis: Nachhaltige Schwellenländer-Investments unterliegen denselben Marktrisiken wie konventionelle EM-Investments. Eine ESG-Klassifizierung ist keine Renditegarantie.

Fazit

Schwellenländer-ETFs und Schwellenländer-Fonds bieten 2026 ein attraktives Chancenprofil: günstige Bewertungen nach einer längeren Underperformance-Phase, strukturelles Wachstumspotenzial durch eine aufstrebende Mittelschicht und demografischen Rückenwind in Asien und Lateinamerika. Gleichzeitig erfordern Emerging Markets-Investments eine bewusste Auseinandersetzung mit den besonderen Risiken, von politischen Unsicherheiten über Währungsvolatilität bis hin zu Konzentrationsrisiken in passiven Indizes. Wer Schwellenländer sinnvoll und zielgerichtet in sein Portfolio integrieren möchte, profitiert von einer unabhängigen Beratung und einem breiten Fondszugang, beides bietet SJB seit über 37 Jahren.

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Häufige Fragen zu Schwellenländer-ETFs und Fonds

Was sind Schwellenländer-ETFs? 

Schwellenländer-ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die in Aktien von Unternehmen aus aufstrebenden Volkswirtschaften investieren. Sie bilden in der Regel einen Index wie den MSCI Emerging Markets oder den FTSE Emerging Markets ab und bieten Anlegern eine kostengünstige Möglichkeit, an der wirtschaftlichen Entwicklung dieser Regionen zu partizipieren.

Welche Länder gehören zu den Schwellenländern? 

Zu den bekannten Schwellenländern zählen China, Indien, Taiwan, Südkorea (je nach Indexanbieter), Brasilien, Indonesien, Mexiko, Südafrika und viele weitere Länder. Die genaue Klassifizierung variiert je nach Indexanbieter (MSCI oder FTSE).

Wie viel Risiko birgt ein Investment in Schwellenländer? 

Schwellenländer-Investments sind typischerweise mit höherer Volatilität verbunden als Investments in Industrieländer. Politische Risiken, Währungsschwankungen und geringere Marktliquidität können zu stärkeren Kursschwankungen führen. Gleichzeitig bieten Emerging Markets langfristig ein höheres Wachstumspotenzial.

Ab welchem Betrag kann ich in Schwellenländer-Fonds investieren? 

Über das SJB DIY-Depot können Sie bereits ab 25 Euro monatlich im Sparplan oder ab 500 Euro als Einmalanlage in Fonds und ETFs investieren, inklusive Schwellenländer-ETFs. Für eine professionelle Vermögensverwaltung startet SJB ab 1.000 Euro Einmalanlage oder 50 Euro monatlich.

Was ist der Unterschied zwischen einem Schwellenländer-ETF und einem aktiv gemanagten Schwellenländer-Fonds? 

Ein Schwellenländer-ETF bildet einen Index passiv nach und ist kostengünstig. Ein aktiv gemanagter Schwellenländer-Fonds wird von einem Fondsmanager gesteuert, der gezielt auf Marktchancen reagieren und Risiken aktiv steuern kann.


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