Wer sein Geld anlegen möchte, kommt an Investmentfonds kaum vorbei. Doch schon beim ersten Blick in den Markt stellt sich die Frage: Welche Fonds gibt es eigentlich und welcher passt zu meiner Situation? Die Palette reicht von klassischen Aktienfonds über sicherheitsorientierte Rentenfonds bis hin zu Immobilien- und Rohstofffonds. Jede Fondsart verfolgt eine eigene Anlagestrategie, trägt ein anderes Risikoprofil und eignet sich für unterschiedliche Anlageziele. Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen strukturierten Überblick, ohne Fachchinesisch und mit konkreten Hinweisen, worauf Sie achten sollten.
Was ist ein Investmentfonds?
Ein Investmentfonds bündelt das Kapital vieler Anleger und investiert es gemeinsam in verschiedene Wertpapiere, Immobilien oder andere Vermögenswerte. Die Verwaltung übernimmt eine Fondsgesellschaft, die sogenannte Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG). Anleger erwerben Anteile am Fonds und profitieren so anteilig von den Erträgen und Wertsteigerungen des verwalteten Vermögens.
Der entscheidende Vorteil gegenüber dem Direktkauf einzelner Aktien oder Anleihen ist die Risikostreuung: Statt alles auf eine Karte zu setzen, verteilt ein Fonds das Kapital auf viele verschiedene Positionen. Damit sinkt das Risiko eines Totalverlustes erheblich.
Tipp: Der Einstieg in die Fondswelt ist bei SJB bereits ab 25 Euro im Sparplan oder ab 500 Euro als Einmalanlage möglich, ohne Einstiegshürden und mit bis zu 100 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag. Mehr dazu unter www.sjb.de/selber-in-etfs-und-fonds-investieren.
Die wichtigsten Fondsarten im Überblick
Aktienfonds: Für den langfristigen Vermögensaufbau
Aktienfonds investieren in Unternehmensaktien und zählen zu den beliebtesten Fondsarten überhaupt. Je nach Ausrichtung konzentrieren sie sich auf bestimmte Regionen (etwa Europa, USA oder Schwellenländer), Branchen (Technologie, Gesundheit, Energie) oder Unternehmensgrößen (Large Caps, Small Caps).
Der Unterschied zwischen aktiv gemanagten Aktienfonds und ETFs ist dabei bedeutsam: Aktiv gemanagte Fonds werden von Fondsmanagern gesteuert, die gezielt Wertpapiere auswählen und auf Marktveränderungen reagieren. ETFs (Exchange Traded Funds) bilden dagegen einen Index, wie den MSCI World oder den DAX, automatisch nach und sind in der Regel kostengünstiger.
Aktienfonds eignen sich vor allem für Anleger, die:
- einen Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren mitbringen
- bereit sind, zwischenzeitliche Kursschwankungen auszuhalten
- langfristig am Wachstum der Wirtschaft teilhaben möchten
Beispiel: Ein Anleger investiert ab 50 Euro monatlich in einen global ausgerichteten Aktienfonds. Über einen langen Zeitraum profitiert er vom Zinseszinseffekt und der breiten Streuung. Mehr zum Thema Zinseszins finden Sie in unserem Ratgeber unter www.sjb.de/ratgeber/zinseszins-erklaert.
Tipp: SJB verfolgt seit ihrer Gründung 1989 einen antizyklischen Investmentansatz, das heißt, Märkte und Branchen werden dann bevorzugt, wenn sie nach Kursverlusten günstig bewertet sind. Das kann bei Aktienfonds einen erheblichen Performancevorteil bieten. Mehr zu den Strategien erfahren Sie unter www.sjb.de/vermoegensverwaltung.
Rentenfonds: Stabilität und planbare Erträge
Rentenfonds, der Name hat nichts mit der gesetzlichen Rente zu tun, investieren in festverzinsliche Wertpapiere: Staatsanleihen, Unternehmensanleihen oder Hochzinsanleihen. Sie gelten als risikoärmer als Aktienfonds und eignen sich für sicherheitsorientierte Anleger oder als stabilisierender Baustein im Gesamtportfolio.
Wichtig zu verstehen: Rentenfonds reagieren sensibel auf Zinsveränderungen. Steigen die Zinsen, sinken in der Regel die Kurse bestehender Anleihen und damit auch der Wert des Fonds. Fallen die Zinsen, steigen die Kurse. Dieses Zusammenspiel sollte bei der Auswahl des Rentenfonds und seiner Laufzeitstruktur bedacht werden.
Gängige Varianten im Überblick:
- Staatsanleihenfonds: Investition in Anleihen von Ländern mit hoher Bonität (z. B. Deutschland, USA)
- Unternehmensanleihenfonds: Höhere Renditen möglich, aber auch höheres Ausfallrisiko
- Hochzinsanleihenfonds (High Yield): Deutlich höhere Renditen bei deutlich höherem Risiko
- Kurzläufer-Rentenfonds: Geringere Zinssensitivität, geeignet als konservative Beimischung
Hinweis: Rentenfonds sind keine risikofreie Anlageform. Kursverluste sind möglich, insbesondere in Phasen steigender Zinsen. Für eine individuelle Einschätzung empfehlen wir ein persönliches Beratungsgespräch unter www.sjb.de/kontakt.
Mischfonds: Flexibilität für jede Marktphase
Mischfonds kombinieren Aktien und Anleihen in einem einzigen Produkt. Die Aufteilung zwischen beiden Anlageklassen kann dabei fest vorgegeben oder flexibel gestaltet sein. Einige Mischfonds dürfen zu 100 % in Aktien investiert sein, andere halten stets einen hohen Anleihenanteil.
Der Vorteil: Fondsmanager können je nach Marktlage zwischen defensiven und offensiven Positionen wechseln. Das macht Mischfonds besonders für Anleger interessant, die eine Komfortlösung suchen, ohne ihr Portfolio selbst laufend anpassen zu müssen.
Typische Kategorien von Mischfonds:
- Defensiv (ca. 70–80 % Anleihen, 20–30 % Aktien)
- Ausgewogen (ca. 50 % Aktien, 50 % Anleihen)
- Offensiv (ca. 70–80 % Aktien, 20–30 % Anleihen)
Mischfonds finden sich auch in der SJB-Strategie SJB Substanz, die auf Value- und Dividendenaktien ausgerichtet ist und stabile Erträge in den Fokus stellt.
Immobilienfonds: Sachwertanlage ohne Eigentümerpflichten
Immobilienfonds ermöglichen es, in Gewerbeimmobilien, Wohnimmobilien oder Logistikobjekte zu investieren, ohne selbst Eigentümer zu werden. Das bedeutet: keine Mietersuche, keine Verwaltungskosten, keine Instandhaltungspflichten.
Unterschieden wird zwischen:
- Offene Immobilienfonds: Anleger können Anteile regelmäßig kaufen. Der Verkauf ist jedoch an strenge gesetzliche Fristen geknüpft: Es gilt eine Mindesthaltefrist von 24 Monaten sowie eine unwiderrufliche Rückgabeankündigung von 12 Monaten. Ein Anleger muss den Verkauf seiner Anteile also ein Jahr im Voraus verbindlich anmelden. Wer kurzfristige Liquidität benötigt, sollte diesen Punkt sorgfältig bedenken. Die Fonds investieren meist in gewerblich genutzte Objekte (Büros, Einkaufszentren, Hotels).
- Geschlossenen Immobilienfonds: Einmalige Beteiligung an einem bestimmten Objekt oder Projekt. Das Kapital ist für die Laufzeit gebunden. Höheres Renditepotenzial geht mit geringerer Liquidität und teils erheblichem Verlustrisiko einher.
Offene Immobilienfonds galten lange als ruhige Beimischung im Portfolio. Seit der Zinserhöhungsphase 2022/2023 stehen sie jedoch stärker unter Druck, steigende Finanzierungskosten und sinkende Immobilienwerte belasten manche Fonds. Anleger sollten die Bewertungszyklen dieser Fondskategorie kennen und verstehen.
Rohstofffonds: Rohstoffexposure über Aktien und Derivate
An dieser Stelle ist eine wichtige regulatorische Klarstellung nötig, die in der Praxis häufig übersehen wird: Nach europäischem Investmentrecht (UCITS/OGAW-Richtlinien) darf ein zugelassener Publikumsfonds nicht direkt in physische Rohstoffe oder Edelmetalle wie Gold und Silber investieren. Auch Produkte, die ausschließlich die Wertentwicklung eines einzigen Rohstoffs abbilden, sind als reguläre Fonds in Deutschland nicht zulässig, sie würden das Prinzip der Risikomischung verletzen.
Produkte, die Rohstoffe oder Edelmetalle direkt abbilden, heißen rechtlich ETCs (Exchange Traded Commodities). Sie werden zwar wie ETFs an der Börse gehandelt, sind aber rechtlich gesehen Inhaberschuldverschreibungen, also Zertifikate, kein Sondervermögen. Das bedeutet: Im Insolvenzfall des Emittenten besteht ein Gegenparteirisiko, das bei einem klassischen Fonds nicht existiert.
Echte Rohstofffonds investieren stattdessen in:
- Aktien von Rohstoffunternehmen: Minenbetreiber (Gold, Silber, Kupfer), Ölkonzerne, Agrarproduzenten
- Rohstoffderivate: Futures und andere Finanzinstrumente, die Rohstoffpreise abbilden
- Diversifizierte Rohstoffindizes: Breit gestreute Körbe aus verschiedenen Rohstoffsektoren
Rohstoffnahe Investments gelten als Beimischung für Anleger, die eine Inflationsabsicherung oder eine Entkoppelung von klassischen Aktien- und Anleihemärkten suchen. Aufgrund der Komplexität dieser Produktkategorie empfiehlt sich in jedem Fall ein ausführliches Beratungsgespräch.
Hinweis: Bei ETCs handelt es sich nicht um Sondervermögen im Sinne des Investmentgesetzes. Anleger sollten die rechtlichen und steuerlichen Unterschiede zu klassischen Fonds kennen, bevor sie in solche Produkte investieren. Sprechen Sie uns gerne an: www.sjb.de/kontakt.
Geldmarktfonds: Der liquide Parkplatz für Ihr Kapital
Geldmarktfonds investieren in kurzfristige, sehr liquide Wertpapiere: Tagesgelder bei Banken, kurzfristige Staatsanleihen und ähnliche Instrumente. Sie gelten als extrem risikoarm und bieten in der Regel eine Rendite nahe dem aktuellen Geldmarktzins.
In der aktuellen Zinssituation sind Geldmarkt-ETFs eine interessante Alternative zum klassischen Tagesgeldkonto. Sie bieten ähnliche Flexibilität, aber ohne die Einschränkungen, die manche Banken bei der Mittelverwendung vorgeben. Mehr dazu lesen Sie in unserem Vergleich: www.sjb.de/ratgeber/festgeld-vs-geldmarkt-etf.
Nachhaltige Fonds: Rendite mit Verantwortung
Nachhaltige Fonds, häufig unter dem Begriff ESG-Fonds bekannt, berücksichtigen neben finanziellen Kriterien auch ökologische (Environmental), soziale (Social) und unternehmensführungsbezogene Aspekte (Governance). Unternehmen, die bestimmte Standards nicht erfüllen, etwa Rüstungskonzerne, Tabakhersteller oder Kohleproduzenten, werden ausgeschlossen.
ESG-Investitionen haben in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Die EU hat mit der Offenlegungsverordnung (SFDR) einen regulatorischen Rahmen geschaffen, der Fonds nach ihrer Nachhaltigkeitsstrategie kategorisiert. Artikel-8-Fonds berücksichtigen Nachhaltigkeitsaspekte, Artikel-9-Fonds verfolgen explizit ein nachhaltiges Anlageziel.
Die Strategie SJB Nachhaltig ist mehrfach mit dem PI Stars Award ausgezeichnet worden und richtet sich an Anleger, die ihr Kapital nach ESG-Grundsätzen anlegen möchten, ohne auf eine professionelle Verwaltung zu verzichten. Mehr dazu unter www.sjb.de/vermoegensverwaltung.
Aktiv gemanagte Fonds vs. ETFs: Was ist der Unterschied?
Diese Frage stellt sich bei nahezu jeder Fondskategorie. Beide Varianten haben ihre Berechtigung und schließen sich nicht gegenseitig aus.
Einen ausführlichen Vergleich finden Sie in unserem Ratgeber: www.sjb.de/ratgeber/aktiv-gemanagte-fonds und www.sjb.de/ratgeber/aktienfonds-oder-etf.
Welcher Fonds passt zu mir?
Die Antwort auf die Frage, welche Fonds es gibt und welche Fondsstrategie zu Ihrer Situation passt, hängt von mehreren persönlichen Faktoren ab:
- Anlagehorizont: Wie lange können Sie auf das investierte Kapital verzichten?
- Risikobereitschaft: Wie reagieren Sie auf Kursschwankungen?
- Anlageziel: Geht es um Vermögensaufbau, Kapitalerhalt oder laufende Erträge?
- Liquiditätsbedarf: Müssen Sie schnell auf das Kapital zugreifen können?
- Nachhaltigkeitsanspruch: Soll Ihr Kapital nach ESG-Kriterien investiert werden?
Tipp: Für Einsteiger eignet sich häufig ein breit gestreuter ETF-Sparplan als erster Schritt, kombiniert mit einem Beratungsgespräch, das Ihre individuelle Situation in den Mittelpunkt stellt. Informationen zu den SJB-Strategien finden Sie unter www.sjb.de/vermoegensverwaltung.
FAQ: Häufige Fragen zu Fondsarten
Welche Fonds gibt es für Einsteiger?
Für Einsteiger eignen sich breit gestreute Aktienfonds oder ETFs auf globale Indizes wie den MSCI World besonders gut. Sie bieten eine hohe Diversifikation bei vergleichsweise überschaubaren Kosten. Alternativ bieten Mischfonds eine ausgewogene Kombination aus Aktien und Anleihen.
Sind Immobilienfonds sicher?
Offene Immobilienfonds gelten als risikoärmer als Aktienfonds, sind aber nicht risikolos. Wertschwankungen der enthaltenen Objekte sowie Zinsveränderungen können die Wertentwicklung beeinflussen. Zudem sind gesetzliche Fristen zu beachten.
Was ist der Unterschied zwischen einem Aktienfonds und einem ETF?
Beide Kategorien können in Aktien investieren. Der Unterschied liegt in der Verwaltungsart: Aktiv gemanagte Aktienfonds werden von Fondsmanagern gesteuert, ETFs bilden dagegen automatisch einen Index nach und sind in der Regel kostengünstiger.
Ab wann lohnt sich ein Fondssparplan?
Ein Fondssparplan lohnt sich grundsätzlich ab dem ersten Euro, entscheidend ist weniger der Betrag als die Regelmäßigkeit. Bei SJB ist der Einstieg bereits ab 25 Euro monatlich möglich.
Sind nachhaltige Fonds weniger rentabel?
Studien zeigen, dass nachhaltige Fonds in vielen Perioden ähnliche oder sogar bessere Ergebnisse erzielt haben als konventionelle Vergleichsfonds. Eine pauschale Aussage lässt sich jedoch nicht treffen. Entscheidend sind die konkrete Fondsstrategie und der Anlagezeitraum.
Fazit
Die Fondswelt ist vielfältig und das ist eine gute Nachricht. Denn je nach Anlageziel, Risikobereitschaft und Zeithorizont gibt es eine Fondskategorie, die zu Ihrer individuellen Situation passt. Aktienfonds bieten langfristiges Wachstumspotenzial, Rentenfonds sorgen für Stabilität und planbare Erträge, Mischfonds verbinden beides und Immobilienfonds ermöglichen Sachwertzugang ohne Eigentümerpflichten. Wer diese Bausteine kennt, legt eine solide Grundlage für fundierte Anlageentscheidungen, am besten ergänzt durch eine unabhängige Beratung, die Ihre persönliche Lage in den Mittelpunkt stellt.
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