Nachhaltige ETFs 2026: Die Top 10 ESG-ETFs im großen Vergleich

Nachhaltige ETFs verbinden Renditestreben mit ökologischer und sozialer Verantwortung. In Europa sind inzwischen über 1.500 ESG-konforme ETFs zugelassen. Doch nicht hinter jedem grünen Label steckt echter Mehrwert: Die Unterschiede in Methodik, Ausschlüssen und Strenge sind erheblich. Wer die richtigen Fragen stellt, findet nachhaltige ETFs, die zur eigenen Anlagestrategie passen, ohne auf Rendite verzichten zu müssen.
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Geschrieben von
Sebastian Zimmermann
Erstellt am
15.07.2026
In diesem Artikel:

Immer mehr Anlegerinnen und Anleger stellen sich dieselbe Frage: Kann ich mein Geld so investieren, dass es nicht nur wächst, sondern auch etwas Positives bewirkt? Nachhaltige ETFs, auch ESG-ETFs genannt, versprechen genau das. Sie filtern Unternehmen nach Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien und schließen problematische Branchen wie Rüstung, Tabak oder Kohle gezielt aus. Doch der Markt ist unübersichtlich geworden: Über 1.500 ESG-ETFs stehen europäischen Anlegern inzwischen zur Verfügung und nicht alle halten, was ihre Bezeichnung verspricht. Dieser Ratgeberartikel zeigt Ihnen, wie nachhaltige ETFs funktionieren, welche Kennzahlen entscheidend sind und welche zehn Produkte 2026 besonders überzeugend aufgestellt sind.

Was sind nachhaltige ETFs, und wie funktionieren sie?

Ein nachhaltig investierender ETF (Exchange Traded Fund) bildet wie jeder klassische ETF einen Index ab, mit dem entscheidenden Unterschied, dass dieser Index vorab nach Nachhaltigkeitskriterien gefiltert wurde. Unternehmen, die bestimmte Mindeststandards nicht erfüllen, werden aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen oder geringer gewichtet.

Das Kürzel ESG steht für die drei zentralen Bewertungsdimensionen:

  • E — Environmental (Umwelt): CO₂-Emissionen, Ressourcenverbrauch, Klimaschutzmaßnahmen
  • S — Social (Soziales): Arbeitsbedingungen, Menschenrechte, Lieferkettentransparenz
  • G — Governance (Unternehmensführung): Vorstandsstruktur, Korruptionsbekämpfung, Aktionärsrechte

Wichtig zu verstehen: ESG ist kein binäres Konzept. Es handelt sich um ein Bewertungssystem, das Unternehmen anhand von Hunderten Einzelkriterien benotet. Ein Unternehmen kann in einer Dimension stark und in einer anderen schwach abschneiden. Verschiedene Ratingagenturen wie MSCI, Sustainalytics oder ISS kommen dabei zu teils unterschiedlichen Ergebnissen.

Tipp: Schauen Sie beim Kauf eines ESG-ETFs immer in die Fondsdokumentation, dort ist ausgewiesen, welche Ratingagentur und welche Methodik dem Index zugrunde liegen.

ESG, SRI und Impact Investing: Was ist der Unterschied?

Der Begriff „nachhaltig“ ist rechtlich nicht geschützt. Das führt dazu, dass verschiedene ETF-Konzepte sehr unterschiedliche Konsequenzen für die Portfoliozusammensetzung haben:

  • ESG-ETFs (allgemein): Integrieren ESG-Kriterien in die Auswahl, schließen aber häufig nur wenige oder sehr spezifische Branchen aus. Das Ergebnis ähnelt oft dem klassischen Mutterindex.
  • SRI-ETFs (Socially Responsible Investing): Gehen einen Schritt weiter. Harte Ausschlusskriterien für kontroverse Sektoren wie Waffen, Tabak, Glücksspiel, Kernenergie oder fossile Brennstoffe werden konsequent angewendet. Zudem wird oft ein "Best-in-Class"-Ansatz verfolgt, bei dem nur die nachhaltigsten Unternehmen jeder Branche aufgenommen werden.
  • Paris-Aligned Benchmark (PAB): Diese ETFs orientieren sich an den EU-Klimazielen und schreiben eine jährliche Dekarbonisierung der Portfoliounternehmen vor. Sie zählen zu den strengsten verfügbaren Produkten.
  • Impact Investing: Zielt auf direkt messbare positive Wirkung ab und ist eher für institutionelle Anleger konzipiert, breite Diversifikation ist hier selten gegeben.

Hinweis: Kein Nachhaltigkeitsprodukt ersetzt eine persönliche Anlageberatung. Ob ein bestimmter ETF zu Ihrer individuellen Strategie passt, hängt von Ihrer Risikobereitschaft, Ihrem Anlagehorizont und Ihren Werten ab. Sprechen Sie uns gerne an.

Das EU-Regulierungsrahmenwerk: SFDR und die Artikel 8 und 9

Seit März 2021 verpflichtet die EU-Offenlegungsverordnung (SFDR – Sustainable Finance Disclosure Regulation) Fondsanbieter zu mehr Transparenz. Für Anleger sind vor allem zwei Kategorien relevant:

Kategorie Bezeichnung Anforderung Strenge
Artikel 6 Konventionell Keine ESG-Kriterien
Artikel 8 "Hellgrün" Berücksichtigt ökologische oder soziale Merkmale Mittel
Artikel 9 "Dunkelgrün" Nachhaltigkeit als ausdrückliches Investmentziel Hoch

Artikel-8-Fonds bieten Spielraum in der Investmentstrategie und müssen ESG-Kriterien berücksichtigen, müssen aber kein explizit nachhaltiges Investmentziel verfolgen. Artikel-9-Fonds hingegen sind streng: Sie dürfen nur in Aktivitäten investieren, die ihrem Nachhaltigkeitsziel dienen, und müssen die Zielerreichung messbar belegen.

Die EU-Kommission arbeitet an einer Reform der SFDR. Die offiziellen Konsultationspapiere sehen vier neue Produktkategorien vor: „Sustainability Focus“ (Nachhaltigkeitsschwerpunkt), „Transition Focus“ (Transformation), „Exclusions“ (reine Ausschlusskonzepte) und „Impact Focus“ (konkrete messbare Wirkung). Die praktische Anwendbarkeit der neuen Regeln wird frühestens ab 2028 erwartet. Im laufenden Jahr 2026 gelten die bisherigen Artikel-8- und Artikel-9-Klassifizierungen unverändert weiter. Mehr zu ESG-konformen Anlagestrategien finden Sie auch auf unserer Seite zu den SJB-Vermögensverwaltungsstrategien.

Greenwashing erkennen: Die wichtigsten Warnsignale

Nicht jeder ETF mit „ESG“ oder „Sustainable“ im Namen ist tatsächlich konsequent nachhaltig ausgerichtet. Folgende Warnsignale helfen Ihnen, Greenwashing zu erkennen:

  • Kaum Ausschlüsse: Wenn ein „nachhaltiger“ ETF weiterhin Öl- oder Kohlekonzerne enthält, deutet das auf sehr weiche Kriterien hin.
  • Hohe Ähnlichkeit zum Mutterindex: Weicht der ESG-ETF kaum vom klassischen Pendant ab, wurden nur minimale Filter angewendet.
  • Fehlende Methodiktransparenz: Seriöse Anbieter erklären genau, welche Kriterien angewendet werden und welche Ratingagentur beauftragt wurde.
  • Fehlende SFDR-Klassifizierung: Produkte ohne klare Einordnung nach Artikel 8 oder 9 sind mit Vorsicht zu genießen.

Tipp: Vergleichen Sie die Top-10-Positionen eines ESG-ETFs mit dem klassischen Mutterindex. Finden sich dort nahezu identische Schwergewichte wie ExxonMobil oder TotalEnergies, handelt es sich wahrscheinlich um ein Produkt mit sehr weichen Ausschlusskriterien.

Die Top 10 der nachhaltigen ETFs 2026 im Überblick

Die folgenden ETFs wurden nach Kriterien wie Fondsvolumen, TER (Total Expense Ratio), ESG-Strenge, Regulierungsklassifizierung und Performance-Stabilität ausgewählt. Sie bilden eine breite Bandbreite nachhaltiger Anlageansätze ab.

Hinweis: Die nachfolgenden Angaben dienen der allgemeinen Orientierung (Stand: 2026) und stellen keine individuelle Anlageempfehlung dar. Fondsdaten können sich ändern.

ETF Anbieter Index SFDR TER p.a. Ausrichtung
iShares MSCI World SRI UCITS ETF BlackRock MSCI World SRI Select Reduced Fossil Fuel Artikel 8 0,20 % Industrieländer weltweit
Amundi MSCI World SRI Climate PAB UCITS ETF Amundi MSCI World SRI Filtered PAB Artikel 9 0,18 % Industrieländer, klimaausgerichtet
Xtrackers MSCI World ESG UCITS ETF DWS MSCI World ESG Leaders Artikel 8 0,20 % Industrieländer, ESG-Leaders
Amundi MSCI ACWI SRI Climate PAB UCITS ETF Amundi MSCI ACWI SRI Filtered PAB Artikel 9 0,25 % Industrie- und Schwellenländer
Vanguard ESG Global All Cap UCITS ETF Vanguard FTSE Global All Cap ESG Artikel 8 0,24 % Weltportfolio inkl. Small Caps
iShares MSCI Europe SRI UCITS ETF BlackRock MSCI Europe SRI Select Reduced Fossil Fuel Artikel 8 0,20 % Europa-fokussiert
iShares MSCI EM SRI UCITS ETF BlackRock MSCI EM SRI Select Reduced Fossil Fuel Artikel 8 0,25 % Schwellenländer nachhaltig
UBS ETF MSCI World Socially Responsible UCITS ETF UBS MSCI World SRI 5 % Issuer Capped Artikel 8 0,22 % Industrieländer, kappenreduziert
SPDR MSCI World ESG Screened UCITS ETF State Street MSCI World ESG Screened Artikel 8 0,12 % Industrieländer, kostengünstig
iShares MSCI World Value Factor Advanced UCITS ETF BlackRock MSCI World Value ESG Advanced Artikel 8 0,25 % Value-Titel mit ESG-Optimierung

Beispiel: Ein Anleger, der monatlich 100 Euro investiert und dabei einen nachhaltigen ETF mit einem breiten Weltportfolio bevorzugt, könnte mit dem iShares MSCI World SRI UCITS ETF oder dem Amundi MSCI World SRI Climate PAB UCITS ETF beginnen. Beide bieten strikte Ausschlüsse, geringe Kosten und ein bewährtes Fondsvolumen von mehreren Milliarden Euro.

Nachhaltige ETFs und Rendite: Ein Widerspruch?

Viele Anleger fragen sich, ob der Fokus auf Nachhaltigkeit zu Renditeverzicht führt. Die Datenlage der letzten Jahre ist eindeutig: ESG-ETFs erzielen langfristig vergleichbare oder teils leicht bessere Ergebnisse als klassische Indizes. Der Grund liegt in der Qualitätsselektion: Unternehmen mit guter Unternehmensführung und klaren Umweltstrategien sind strukturell besser auf kommende regulatorische Anforderungen vorbereitet. Gleichzeitig werden Unternehmen mit hohen Nachhaltigkeitsrisiken, etwa in der fossilen Energiewirtschaft, aus dem Portfolio herausgefiltert, was das langfristige Verlustrisiko reduziert.

Kurzfristig kann es Abweichungen geben: In Jahren wie 2021/2022 profitierte der Energiesektor stark von hohen Ölpreisen, was ESG-Portfolios ohne fossile Titel kurzzeitig zurückließ. Langfristig spricht die Evidenz aber klar dafür, dass nachhaltige ETFs keine systematische Underperformance aufweisen.

Nachhaltige ETFs bei SJB: Investieren mit Überzeugung

SJB Invest bietet Ihnen zwei Wege, um nachhaltig zu investieren:

  • Aktiv gemanagte Vermögensverwaltung: Mit der SJB Nachhaltig-Strategie verwaltet SJB Ihr Kapital nach klar definierten ESG-Kriterien. Die Strategie ist mehrfach mit den PI Stars ausgezeichnet worden, darunter für die nachhaltigste Investmentstrategie. SJB verfolgt dabei einen antizyklischen Ansatz: Statt kurzfristiger Trends stehen fundamental attraktive und günstig bewertete Märkte im Fokus.
  • DIY-Depot mit über 10.000 ETFs und Fonds: Wer nachhaltige ETFs eigenständig auswählen und bespielen möchte, kann das über das SJB DIY-Depot tun, mit bis zu 100 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag. Zugänglich über die Finanzcockpit-App (iOS und Android), abgewickelt über die FFB (FIL Fondsbank). Der Einstieg ist bereits ab 25 Euro im Sparplan oder ab 500 Euro als Einmalanlage möglich.

Tipp: Auch thematische Vertiefungen wie Dividendenfonds oder Emerging-Markets-ETFs finden sich in unserem Ratgeber-Bereich – für Anleger, die ihr Wissen schrittweise ausbauen möchten.

Häufige Fragen zu nachhaltigen ETFs

Was bedeutet ESG bei ETFs? 

ESG steht für Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). ESG-ETFs investieren in Unternehmen, die in diesen drei Dimensionen nach festgelegten Kriterien bewertet und gefiltert werden.

Was ist der Unterschied zwischen ESG und SRI? 

SRI-ETFs (Socially Responsible Investing) arbeiten mit härteren Ausschlusskriterien als allgemeine ESG-ETFs. Branchen wie Waffen, Tabak, Glücksspiel oder fossile Brennstoffe werden bei SRI konsequent ausgeschlossen. ESG-ETFs können flexibler sein und auch Unternehmen dieser Branchen mit guten Teilwerten enthalten.

Muss ich bei nachhaltigen ETFs Rendite opfern? 

Nein, langfristig zeigen ESG-ETFs eine vergleichbare Performance wie klassische Indizes. In einigen Jahren schnitten sie sogar leicht besser ab, weil Nachhaltigkeitskriterien strukturelle Risiken herausfiltern.

Was bedeuten Artikel 8 und Artikel 9 bei ESG-ETFs? 

Die EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) unterscheidet zwei Hauptkategorien: Artikel-8-Fonds berücksichtigen ökologische oder soziale Merkmale in ihrer Strategie. Artikel-9-Fonds haben Nachhaltigkeit als ausdrückliches Anlageziel und unterliegen den strengsten Anforderungen.

Wie erkenne ich Greenwashing bei ETFs? 

Achten Sie auf geringe Ausschlusstiefe, hohe Ähnlichkeit zum Mutterindex, unklare Methodik und fehlende SFDR-Klassifizierung. Prüfen Sie die Top-10-Positionen des Fonds und lesen Sie das Produktinformationsblatt sorgfältig.

Ab welchem Betrag kann ich in nachhaltige ETFs investieren? 

Über das SJB DIY-Depot können Sie bereits ab 25 Euro monatlich im Sparplan oder ab 500 Euro als Einmalanlage in über 10.000 ETFs und Fonds investieren, auch in ESG-konforme Produkte.

Fazit

Nachhaltige ETFs sind 2026 kein Nischenthema mehr, sie sind ein etablierter Baustein moderner Geldanlage. Der Markt ist gewachsen und die regulatorischen Anforderungen durch die EU-Offenlegungsverordnung haben die Produktqualität spürbar verbessert. Wer genau hinschaut, findet ESG-konforme ETFs, die sowohl strenge Nachhaltigkeitskriterien erfüllen als auch langfristig wettbewerbsfähige Renditen erzielen. Entscheidend ist die Methodik hinter dem Label: SRI- und Paris-Aligned-Produkte setzen konsequent um, was ein grünes Label verspricht. Bei Fragen zur passenden Strategie, ob aktiv gemanagt über SJB Nachhaltig oder eigenständig über das DIY-Depot, steht Ihnen das SJB-Team gerne zur Verfügung.


Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Anlageberatung dar. Für eine persönliche Empfehlung sprechen Sie bitte direkt mit unserem Team. Steuer- und Rechtsfragen sollten mit einem qualifizierten Steuerberater oder Rechtsanwalt geklärt werden.

SJB Invest GmbH  & Co. KG  — Heckenend 2a | 41352 Korschenbroich | Gebundener Vermittler nach § 3 Abs. 2 WpIG unter Haftungsdach der BfV Bank für Vermögen AG (BaFin-reguliert)

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