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Über Chips und Bier

Sebastian Zimmermann - SJB
Sebastian Zimmermann
04.09.2026

Auf 20% aller dänischen Klemmbausteine treten wir bei 80% aller Kinderzimmerdurchquerungen. Außerdem werden 20% der Newsletter zu 80% nicht gelesen. Im Urlaub tragen wir 20% der eingepackten Kleidung 80% der Zeit. Auf dem Handy verbringen wir mit 20% der Apps 80% der Zeit. 20% der Nachrichten beanspruchen 80% unserer Aufmerksamkeit. Und 20% aller Statistiken sind gefälscht, die übrigen 83,7% ungenau.

Bis auf den letzten statistischen Ausreißer handelt es sich bei diesen Beobachtungen um das so genannte Pareto-Prinzip. Dieses besagt: 20% einer Sache sind für 80% des Ergebnisses verantwortlich, die anderen 80% für die restlichen 20%. Ist eigentlich so ein Management-Ding, Fokus auf Key Account blablabla.

Weil uns das Pareto-Prinzip aber nicht nur auf Unternehmensebene in einer McKinsey-Präsi begegnet, sondern eben auch im Kinderzimmer oder Urlaub, möchten wir heute einmal untersuchen, ob und wie diese Regel auch an der Börse gilt. Quasi als Naturgesetz.

Der Blick auf die meisten Börsenindizes wie DAX, S&P 500 oder den globalen MSCI World scheint dieses Prinzip zu bestätigen. Die großen US-Techfirmen wie Apple, Microsoft oder NVIDIA stehen im breiten US-Aktienindex S&P 500 ganz oben und sind mehrere Billionen wert, der Chiphersteller NVIDIA Stand heute über fünf Billionen. Die Brauerei Molson Coors rangiert im gleichen Index ganz weit hinten und ist gerade mal 6 Milliarden wert, also knapp ein Tausendstel.

Investiert man nun in den S&P 500, so ist die Kursentwicklung von Molson Coors absolut vernachlässigbar für den Erfolg der Anlage. Ganz anders bei NVIDIA. Heute dominieren die Techwerte, früher waren es Banken, davor Telekom, davor Industriewerte und damals vor hundert Jahren Ölkonzerne und Eisenbahnen.

Und auch wenn diese Konzentration häufig, und oft zu Recht, kritisiert wird, ist es historisch eher die (Pareto-)Regel als die Ausnahme. NVIDIA verdient ja schließlich auch mehr als Molson Coors. Der Umsatz lag im letzten Jahr bei über 200 Milliarden USD, bzw. über 4 Millionen USD pro Mitarbeiter. Molson Coors hingegen machte 11 Milliarden USD Umsatz, da sind ca. 600.000 USD pro Mitarbeiter.

Dazu kommt bei den „Großen“ oft noch eine monopolartige Stellung, was dann erst recht dazu führt, dass der Gewinner eben den ganzen Kuchen abbekommt. NVIDIA-Chips nutzt man direkt oder indirekt jeden Tag. Wann haben Sie zum letzten Mal ein Coors getrunken? Genau, aber nichts verpasst.

In den SJB Strategien mit den spannendsten Fondsideen aus der Strategie SJB Surplus finden Sie beides, Chips und Bier. Und auch hier rangiert bei der Einzeltitelbetrachtung NVIDIA minimal über Molson Coors.

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sebastian zimmermann - Team | SJB

Sebastian Zimmermann

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