Es ist Freitagabend, das Newsletterschreiben macht müde und die Lust zu kochen hält sich in Grenzen. Hungrig ins Bett zu gehen kommt aber auch nicht in Frage. Also stehen zwei Alternativen zur Auswahl:
Der Imbiss „Bei A“ mit seiner 15-seitigen Speisekarte bietet alles von A wie Aioli-Nudeln über Sushi, Pizza, Curry, Burger, Schnitzel und Bratwurst bis hin zu Zaziki. Ja, tatsächlich empfiehlt der Duden diese Schreibweise.
Oder das elegante französische Restaurant „Chez B“. Die Karte besteht aus einer spärlich bedruckten DIN-A4-Seite mit gerade einmal fünf saisonalen Gerichten.
Intuitiv würden viele sagen: Mehr Auswahl ist doch besser!
Die Praxiserfahrung spricht oft eine andere Sprache. Die besten Restaurants konzentrieren sich meist auf wenige Spezialitäten. Genau dieselbe Frage kann man sich auch bei Fonds und ETFs stellen.
Denn insbesondere bei ETFs beobachten wir seit Jahren einen interessanten Trend:
Früher galt ein globaler Aktienindex mit rund 1.300 Unternehmen als ausreichend diversifiziert. Dann wurde der FTSE All-World populär, der die Industrieländer um Schwellenländer erweitert und damit auf rund 3.000 Aktien kommt.
Der neueste Liebling vieler Finfluencer ist nun der MSCI ACWI IMI. Hinter dem sperrigen Namen "All Country World Investable Market Index" verbergen sich zusätzlich kleinere börsennotierte Unternehmen. Das Anlageuniversum umfasst knapp 9.000 Aktien, die ETF-Anbieter meist auf rund 5.000 Titel optimieren.
Streuung ist wichtig. Wenn sie sinnvoll eingesetzt wird, reduziert sie Risiken und macht ein Portfolio robuster. Doch ab einem bestimmten Punkt verwandelt sich Streuung in Zerstreuung.
Wenn die größten 50 Positionen bereits den Großteil des ETF-Gewichts ausmachen und tausende weitere Aktien nur noch mit 0,01 Prozent oder weniger vertreten sind, stellt sich die Frage: Welchen zusätzlichen Nutzen liefern die restlichen 4.950 Titel tatsächlich?
In der Volkswirtschaft spricht man vom Gesetz des abnehmenden Grenznutzens. Häufig wird es am Beispiel von Bier erklärt: Die ersten Gläser steigern möglicherweise das Wohlbefinden. Jedes weitere Glas bringt jedoch weniger Nutzen. Irgendwann kehrt sich der Effekt sogar ins Gegenteil um.
Übertragen auf ETFs bedeutet das:
Weder führt die Verdoppelung einer Position mit 0,001 Prozent Gewichtung zu einem spürbaren Effekt, noch können 1.000 solcher Mini-Positionen die Halbierung einer vier Prozent schweren Top-10-Position ausgleichen.
Kulinarisch gesprochen: Salz aus zehn Salzstreuern macht ein Gericht nicht besser. Andere Gewürze hingegen schon.
Deshalb setzen wir bei der SJB nicht auf einen ETF mit 9.000 Aktien, in dem ein bisschen Schwellenländer, ein Hauch Rohstoffe und vielleicht noch eine einzelne Goldminenaktie irgendwo auf Rang 473 enthalten sind.
Wir investieren gezielt und bewusst in unterschiedliche Anlageklassen, Regionen und Themen. Schwellenländer, Rohstoffe, Goldminen oder andere interessante Marktsegmente erhalten bei uns ihren eigenen Platz im Portfolio.
Am Beispiel von Goldminen und Technologiewerten zeigt sich in unserem Chart mit ausgewählten Fonds aus der Strategie SJB Surplus, dass diese Bereiche zeitweise deutlich stärker laufen können als "unser" Welt-ETF mit schlanken 50 Titeln.

Unsere Handelsberater erklären Ihnen gerne, was man aus dieser Situation macht.
Rufen Sie uns an.

Sebastian Zimmermann