Newsletter

Konsum-Inquisition

Sebastian Zimmermann - SJB
Sebastian Zimmermann
30.10.2026

Halloween steht vor der Tür und wir müssen nach amerikanischem Brauch ein irisches Hexen- und Geistervertreibungsfest mit Plastikkürbissen und tonnenweise Zucker begehen. Doppelte kulturelle Aneignung als Gruppenzwang-Event. Hauptsache, die kleinen aufgeputschten Glukose-Geister lassen uns in Ruhe, wenn sie „Süßes oder Saures“ brüllen und im Hintergrund Papa schon die bereits zum Bersten gefüllte Tüte zum Nachfüllen zückt.

Süßes oder Saures heißt es derzeit auch an den US-Börsen. Denn auch wenn durch die anstehenden Zwischenwahlen in den USA sowie die Wahlen in Brasilien und Israel gerade viel los ist, geht ein ganz anderes Gespenst am Kapitalmarkt umher. Fragen Sie doch mal die KI, die sollte es wissen.

Denn es ist Berichtssaison und auch im dritten Quartal haben die großen Tech-Konzerne mal wieder Fantastilliarden in neue Rechenzentren und Chips investiert. Diese astronomischen Ausgaben möchten Anleger auch kompensiert wissen, am besten mit enorm steigenden Umsätzen, die dann irgendwann auch zu gruseligen Gewinnsteigerungen führen. Alleine bei Microsoft scheint sich das bisher auch gelohnt zu haben, alle anderen haben augenscheinlich mit Zitronen gehandelt. Der Markt gab Saures und die Aktien von Alphabet, Meta und Amazon gingen in die Knie.

Direkt nebenan wohnen aber Chiphersteller wie Intel. Die wurden gleich mitbestraft, weil Kapitalmärkte eben wie kleine Kinder auf zu viel Red-Bull-Lollies sind und gerne mal ganz zart übertreiben. Zumindest kurzfristig.

Denn langfristig darf man sich keiner Illusion hingeben. Nur weil gerade weniger verdient wird, ist nicht gleich alles weg, es ist nur momentan weniger. Und KI ist deswegen nicht vorbei. Das Internet hat schließlich auch die Dotcom-Blase überlebt. Zu hoch sind zudem die lockenden Gewinne. Microsoft bietet aktuell einem Viertel der Belegschaft Abfindungen an. Unter anderem, weil in Zukunft KI deren Jobs billiger und mit weniger Krankheitstagen erledigen könnte.

Und auch die Konsumenten gewöhnen sich mehr und mehr an die Helferlein. Auf der Suche nach dem billigsten Naschkram aus China für die Nachbarskinder wird nicht mehr selbst gegoogelt, sondern ChatGPT, Claude oder der Copilot losgeschickt. Man geht davon aus, dass mittlerweile über 60 Prozent der Googelnden nicht mehr die wirklichen Suchergebnisse lesen, sondern die KI-Zusammenfassung oben.

Langfristige Investoren müssen also nicht aus den Aktien fliehen, die werden es schon überstehen. Es ist eher wie mit den Kindern bei Halloween: Nach dem Zuckerhoch kommt der Sugar Crash und das Gequengel geht los. Am nächsten Tag gibt’s dann eben Rosenkohl für alle, muahahaha!

Auf dem nächsten Kindergeburtstag ein paar Tage später geht es dann schon wieder los. Das ist auch in Ordnung, solange es sich die Waage hält. Also nicht nur Gummibärchen und auch nicht nur KI- und Tech-Aktien, sondern auch mal was Nahrhaftes und Wertvolles. In unseren Strategien übernehmen Rohstoffe und Valuetitel sowie weniger gehypte Europa-Aktien die Rolle der Dinkelkekse.

Hierzu haben wir die im Sommer aufgelaufenen Gewinne bei Tech und bei Goldminen in einen globalen Valuefonds investiert. In unserem gewohnten Chart mit den spannendsten Fonds aus der Strategie SJB Surplus hat der passenderweise die Farbe von Dinkelkeksen.

Klingt spannend?

Unsere Handelsberater erklären Ihnen gerne, was man aus dieser Situation macht.
Rufen Sie uns an.

sebastian zimmermann - Team | SJB

Sebastian Zimmermann

Beratung: 02182 / 85 20

Kontaktformular