Newsletter

Knallerbsenroboter

Sebastian Zimmermann - SJB
Sebastian Zimmermann
02.10.2026

Es gibt Dinge, auf die kann man sich in Deutschland verlassen: Ab Ende August gibt’s Lebkuchen im Supermarkt. Nach einem gewonnenen Spiel lieben alle den Bundestrainer wieder. Und im Oktober darf man endlich wieder Hecken schneiden. Falls also nach dem Autowaschen noch Zeit bleibt, schnell die Funktionsjacke überwerfen und den Maschendrahtzaun rasch vom Knallerbsenstrauch befreien.

Denn dafür gibt es noch keinen Roboter oder Zeitschalter. Die machen nur Rasen, Bewässerung und sind für die automatische Markise zuständig. Im Garten muss schließlich Ordnung sein: genauso wie bei den nach Datum sortierten Zeitungen oder in der Badewanne. Wusste schon Loriot.

Und so eine Hecke bietet ja schließlich auch Schutz vor Wind und Wetter sowie den Blicken allzu neugieriger Nachbarn. Polyglotte Kerlchen, die wir sind, wissen wir natürlich, dass Hecke en anglais hedge heißt, wie in Hedgefonds. Die haben aber nichts mit Gartenscheren im Oktober zu tun.

Hedgefonds sollen das Portfolio auch schützen. Vor Abstürzen, Krisen, allgemein vor Ungemach. Hierzu verwenden sie die unterschiedlichsten Strategien, die allesamt ein erklärtes Ziel haben. So kompliziert zu klingen, dass Anleger bereit sind, für diese Raketenwissenschaft ordentlich zu zahlen.

Global Macro hört sich schön nach weltweiter Größe an, berücksichtigt aber einfach die Trends und Entwicklungen der Weltwirtschaft und kann hier auf steigende und fallende Börsen, Zinsen und Währungen setzen. Kann also grundsätzlich alles tun und überall investieren, wenn das aufgesetzte Weltbild denn auch eintritt.

Managed Futures erinnert an ein System aus der Zukunft. Computergesteuerte Trendfolgesysteme analysieren was gerade passiert. Das Warum ist ihnen dabei egal. Was steigt, wird gekauft, was fällt (leer-)verkauft. Wenn Trends lange laufen und klar sind, ist so auch in Krisen ein dickes Plus möglich. Aber wehe, es wird chaotisch oder plötzliche Ereignisse treten ein bzw. die Richtung ändert sich andauernd, wie unter dem aktuellen US-Präsidenten.

Equity Market Neutral ist die Schweiz unter den Hedgefonds. Der Manager kauft z.B. für 100 Mio. Aktie A, leerverkauft aber für den gleichen Betrag Aktie B. Netto liegt er damit bei Null, hat aber 200 Mio. investiert. Wichtig ist hier, dass das A besser oder auch weniger schlecht läuft als B. Wehe wenn nicht.

Es gibt noch viel mehr Strategien, und die meisten funktionieren tatsächlich recht gut. Problematisch dabei ist allerdings, dass fast nie der gleiche Fonds gut läuft. Vielmehr meistert Fonds 1 die Finanzkrise gut, die Erholung danach dann aber nicht. Hedgefonds 2 liegt bei der Ukraineinvasion goldrichtig, wettet dann aber gegen den KI-Hype. Und Fonds 3 ist so undurchsichtig und meldet so hohe Renditen, dass irgendwann die Börsenaufsicht vor der Tür steht und dem Schneeballsystem ein Ende bereitet. Eierlegende Wollmilchsau adé!

Was hingegen wirklich langfristig hilft, ist die breite Streuung über diverse Aktienmärkte, Cash und Gold. Manchmal geht’s auch damit runter, dann sollten Anleger Demut vor dem Markt zeigen und Geduld an den Tag legen. Aus Reserven nachkaufen, wenn es scheppert und nicht zu gierig werden, wenn es läuft.

Und genau wenn es sehr gut läuft, setzen wir die Heckenschere in unseren Strategien an und sichern das Plus. Wie in unserem gewohnten Chart mit den spannendsten FondsIdeen aus der Strategie SJB Surplus zu sehen, war dies zuletzt bei Goldminen und Techaktien der Fall. Geparkt wird aber nicht auf dem Kompost, sondern im Geldmarkt.

Klingt spannend?

Unsere Handelsberater erklären Ihnen gerne, was man aus dieser Situation macht.
Rufen Sie uns an.

sebastian zimmermann - Team | SJB

Sebastian Zimmermann

Beratung: 02182 / 85 20

Kontaktformular