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Goethe erzählt vom Krieg

Sebastian Zimmermann - SJB
Sebastian Zimmermann
19.06.2026

„Damals. Da haben wir die Aktien noch mit dem Bollerwagen nach Hause gefahren.“ So in etwa klingt es, wenn seniorige Fondsmanager über die gute alte Zeit (trademark) sprechen. Jetzt sind diese Jahre aber vorbei und auch wenn damals natürlich alles viel besser war, haben wir keine Zeitmaschine und müssen uns der heutigen Jugend stellen. Langhaarige Stromgitarristen lassen grüßen.

Aus dieser Zeit stammt auch der bekannte Ausspruch von John Templeton: „Die vier teuersten Worte an der Börse lauten: Diesmal wird alles anders!“ Zeitsprung 2026, es ist tatsächlich alles anders geworden. Marktinformationen sind immer und überall verfügbar, Geld kann ungehindert sofort überall auf der Welt angelegt werden und es gibt auch viel mehr davon.

Auch Wirtschaftszyklen dauern nicht mehr 2-3 Jahre wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts, und auch nicht mehr ca. 5 Jahre wie im ausgehenden 20. Jahrhundert. Die letzten Zyklen lagen eher bei 8-11 Jahren, je nach Art der Messung. Das liegt zum einen daran, dass Zentralbanken über viel mehr Möglichkeiten verfügen, einzugreifen, zu stützen und Zyklen zu verlängern.

Zum anderen funktioniert eine moderne Dienstleistungsgesellschaft nicht mehr nach Schweinezyklen oder saisonalen Schwankungen wie ein auf Landwirtschaft basierendes System. Und auch nicht nach Kapazitätszyklen wie eine Industriegesellschaft mit hohem Produktionsanteil.

Wenn Lieferando weniger scheinselbständige Fahrer braucht, fliegen die halt raus. Wenn Uber weniger Fahrten verzeichnet, werden Verträge sofort gekündigt. Da gibt’s keine Vorlauffristen, da entscheidet Justin. Justin Time.

Wenn aber die Wirtschaft anders läuft, wirkt sich das direkt auf die Aktienmärkte aus. Trends laufen länger, und wenn sie vorbei sind, war’s das dann auch erstmal. Hinzu kommen immer mehr Anleger und Institutionen, die den Markt über ETFs und Indexfonds kaufen. Was dort drin ist, wird dann mehr nachgefragt und steigt zwangsweise.

Fundamental bekommt man das nur bedingt analysiert auf Unternehmensebene, denn auf die Zahlen zu Umsatz und Gewinn, Wachstumsaussichten, Reserven, Buchwert, Return on Investment und weitere BWL-Fetischzahlen zu setzen, bringt keinen Vorteil mehr. Vielmehr geht es darum, zu sehen, wohin gerade das Geld fließt.

Vernünftig sind diese Ströme nicht immer, wie Wirecard, Gamestop und weitere immer wieder eindrucksvoll beweisen, aber das interessiert eben nur noch am Rande. Muss man nicht gut finden, aber akzeptieren, dass die Realität heute eine andere ist als noch vor 10 Jahren, und erst recht als anno Asbach.

Schon der Private Equity Investor Johann Wolfgang von Goethe, als Bergbauminister damals eng mit dem Kupfer und Silberbergwerk in Ilmenau verbunden und so was wie der CEO dort, meinte damals sinngemäß: Sehen was ist, nicht was behagt. Und Goethe sticht immer!

Vielleicht sollte man also John Templeton ein Update verpassen. „Die zwölf teuersten Worte an der Börse lauten: Die vier teuersten Worte an der Börse lauten: Diesmal wird alles anders!“  

Ganz sicher kommt jetzt auf jeden Fall ein Update in Form unseres gewohnten Charts mit den spannendsten Fonds – und ETFs - aus der Strategie SJB Surplus.

Klingt spannend?

Unsere Handelsberater erklären Ihnen gerne, was man aus dieser Situation macht.
Rufen Sie uns an.

sebastian zimmermann - Team | SJB

Sebastian Zimmermann

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